Review: Unser Fazit zu Fallout 4

Fallout 4 war eines der am meisten erwarteten Spiele der letzten Monate. Seit einigen Tagen ist es nun auf dem Markt und wir schauen, ob Bethesdas postapokalyptisches Werk die hohen Erwartungen erfüllen kann.

Der aktuelle Teil der Fallout-Reihe hat große Erwartungen gesetzt. Wir schauen uns das Spiel mal an und berichten, ob es diese Erwartungen erfüllen kann.

Die Geschichte von Fallout 4 beginnt unmittelbar vor dem großen Krieg, von dem auch in den bisherigen Teilen schon die Rede war. Im Commonwealth rund um das ehemalige Boston wird man unmittelbar Zeuge dieser tragischen Ereignisse. Nach einem 200 Jahre andauernden Kälteschlaf wird man dann auf die umfangreiche Spielewelt losgelassen.

Fallout 4 01 Kühlkammer

Gleich zu Beginn fällt während der Charaktergenerierung auf, dass man außer dem Aussehen und den Special-Attributen nicht viel einstellen kann. Dies ist dem neuen Skillbaum geschuldet, der alle Eigenschaften und Fertigkeiten in sich vereint. Das macht das Steigern von Fertigkeiten zwar übersichtlicher, sorgt aber gleichzeitig auch dafür, dass man nicht mehr so viele Freiheiten hat wie in den bisherigen Fallout-Spielen. Statt sich, wie bisher, bei jedem Levelanstieg in verschiedenen Kategorien verbessern zu können, heißt es nun, eine starke Verbesserung pro Level-Up zu wählen.

Fallout 4 02 Skilltree

Dafür kann man nun aber Waffen und Rüstungen umfangreich modifizieren und somit den eigenen Charakter sehr individuell gestalten. Um dies zu bewerkstelligen, benötigt man allerdings eine Menge Ressourcen, die man überall im Commonwealth finden kann. Dies hat den netten Nebeneffekt, dass all der Schrott, sei es nun eine einfache Blechdose oder ein Toaster, nutzbar gemacht werden kann.

Fallout 4 03 Modifikationen

Die daraus gewonnenen Materialien können allerdings nicht nur zum Modifizieren von Ausrüstung genutzt werden, sondern finden auch Verwendung im neuen Baumodus. Dieses zeitintensive Spiel-im-Spiel lässt den Spieler ganze Ortschaften verbessern und bringt Vorteile wie beispielsweise Übernachtungsmöglichkeiten oder neue Geschäfte. Die Steuerung kann hierbei zwar zeitweise etwas unpräzise sein, aber wenn man sich erstmal ein wenig damit vertraut gemacht hat, kann man hier viele Stunden verbringen.

Fallout 4 04 Baumodus

Ansonsten hält sich der Entwickler spielerisch stark an die Erfolgsformel der bisherigen Fallout-Teile. Es gibt wieder einmal unzählige Nichtspielercharaktere, mit denen man interagieren kann, eine Menge Nebenquests und viele Bereiche, deren Erkundung mit neuer Ausrüstung und dergleichen belohnt wird. Kurzum: Egal, ob man sich strikt an die Hauptquest halten möchte oder seinem Erkunderdrang nachgeht, es gibt abseits der Wege immer wieder etwas zu entdecken, so dass man plötzlich merkt, dass man bereits seit Stunden sein eigentliches Ziel vernachlässigt hat. Ergänzt wird das Gameplay dabei durch einige sinnvolle oder interessante Neuerungen wie legendäre Gegner und Items oder eine neue Herangehensweise an kritische Treffer.

Auf der technischen Seite wurde zwar bereits im Vorfeld viel kritisiert, aber das fertige Spiel zeigt, dass diese Kritik im Grunde unberechtigt gewesen ist. Die Grafik ist zwar nicht auf dem aktuellsten Stand, präsentiert sich aber dennoch sehr gut, während die Soundkulisse der Stimmung sehr förderlich ist. Weitaus ärgerlicher sind da die regelmäßig auftretenden Performance-Einbrüche besonders im Süden der Karte, die abhängig vom System und der benutzten Grafikkarte den Spielspaß stellenweise schon mal trüben können. Auch einige Clipping- und Texturenfehler treten auf; diese sind aber verkraftbar. Alles in Allem machen diese Fehler das Spiel zwar nicht unspielbar, Besserung seitens Bethesda wäre aber dennoch erfreulich.

Fallout 4 05 Abschluss

Fazit:

Fallout 4 schafft es, den Spieler bereits nach kurzer Zeit wieder in seinen Bann zu schlagen. Besonders Kenner der Serie werden sich schnell heimisch fühlen, da der Mix aus Erkunden, actionreichem Gameplay und vielen Rollenspielelementen genauso gut funktioniert wie eh und je. Der Baumodus erweitert die Spieleerfahrung nochmal um einen interessanten Aspekt und hält den Spieler über viele Stunden beschäftigt. Die Änderungen im bisherigen Gameplay sind sinnvoll und gut durchdacht. Lediglich das neue Skillsystem könnte dem einen oder anderen etwas zu simpel gehalten sein. Der aktuell größte Kritikpunkt betrifft wohl die Performance, aber da wird hoffentlich in naher Zukunft etwas Abhilfe in Form von Patches geschaffen. Liebhaber von epischen Open-World-Spielen können bei Fallout 4 also bedenkenlos zugreifen, aber auch Neueinsteiger in dieses Genre sollten mal einen Blick riskieren.

3. Dez 2015, 22:29
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Ricardo Beigang
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