Im Test - Der Steam Controller von Valve

Eine Gruppe ausgesuchter Vorbesteller hat den neuen Steam Controller bereits erhalten und auch bei uns ist er bereits eingetroffen. In den nachfolgenden Zeilen hat sich unser Patrik den Controller angeschaut und natürlich getestet. Wie seine ersten Eindrücke sind, erfährst du hier.

Ganz frisch aus dem Hause Valve: Der Steam Controller. Seit Freitag, den 16. Oktober 2015 dürfen bereits die ersten Vorbesteller der Steam-Hardware die Geräte in ihren Händen halten. Ich darf mich ebenfalls glücklich schätzen zu genau dieser kleinen Gruppe an Menschen zu gehören, die bereits jetzt schon die Steam-Hardware ihr eigen nennen dürfen. In den nachfolgenden Zeilen möchte ich ein paar Worte - aus meiner eigenen Sicht - zum Steam Controller verlieren. Ich hoffe du hast Zeit mitgebracht, denn das hier wird etwas länger dauern.

steam_controller

Vorab sei noch gesagt, dass ich ein Gelegenheitsspieler verschiedenster Genres auf der PC-Plattform bin, und mit Controllern ein nahezu hoffnungsloser Fall bin. Aber wie ein Sprichwort sagt: „Was noch nicht ist, kann ja noch werden.“

Und vergesst nicht: Die aktuell ausgelieferten Geräte sind quasi Vorab-Testgeräte, die offizielle Auslieferung startet erst ist am 10. November 2015. Derzeit können und sind durchaus noch einige Probleme vorhanden und laut Valve sollen diese bis zur endgültigen Auslieferung auch behoben werden.

Nun ja, dann fangen wir mal ganz vorne an…

Die Lieferung

Der Controller kommt in einem kleinen, liebevoll gestalteten Päckchen an, in dem neben dem Steam Controller auch eine Quick-Start-Anleitung, zwei passende AA-Batterien, ein microUSB-Kabel, zum direkten Anschluss des Controllers, eine Art Dockingstation für den Empfänger und der dazugehörige USB-Empfänger enthalten sind.

Was mich beim Öffnen des Batterie-Deckels wunderte: Der Controller wurde laut Angabe hinter dem Batteriefach sogar in den Vereinigten Staaten produziert und gar nicht in Ländern wie etwa China.

steam_controller_verpackungsinhalt

Technische Daten

Anfangs einige technische Daten zum Steam Controller:

  • Zwei Trackpads
  • HD Haptik-Feedback (präzise und zeitlich genau steuerbare Vibration)
  • 1x analogen Stick
  • Lage- und Beschleunigungssensor: Perfekt beispielsweise für Verwendung in Rennspielen.
  • Umfangreiche und genaue Einstellungsmöglichkeiten der Bedienelemente
  • Verwendung über mitgelieferten microUSB-Kabel oder über Funk (etwa 5 Meter Reichweite, kann aufgrund verschiedenster Faktoren auch variieren)
  • Etwa 80 Stunden Batterie-Haltbarkeit, gemessen mit den mitgelieferten Duracell-AA-Batterien. Auch diese Werte können variieren.
  • Mit einem einzigen USB-Empfänger können laut Steam bis zu vier Steam Controller verbunden werden.
  • Betrieben wird der Controller mit zwei AA-Batterien und diese können auch nicht durch Anschließen des Controllers aufgeladen werden. Steam hat sich aus Kostengründen gegen wiederaufladbare Akkus entschieden und setzt auf gewöhnliche Batterien. Valve behält sich aber vor (was technisch auch bereits möglich sein soll), zu einem späteren Zeitpunkt noch aufladbare Akkupacks anzubieten.
  • In Verbindung mit dem Steam Link: Um den Steam Controller auch am Steam Link verwenden zu können, muss auch dort der mitgelieferte USB-Empfänger am Gerät angeschlossen werden. Der Steam Link hat (leider) keinen integrierten Empfänger für den Steam Controller verbaut.

Das Feeling

Der Controller liegt sehr gut in den Händen, fühlt sich von der Verarbeitung sehr gut an, ist gefühlsmäßig etwas größer und gleichzeitig auch leichter als mein im Besitz befindender Xbox 360 Wireless-Controller.  Die Knöpfe und Bedienfelder sind gut erreichbar und der Controller ist auch ohne stark trainierte Oberarmmuskeln angenehm zu halten und zu bedienen.

Die kleine beigelegte minimalistisch gehaltene Dockingstation, die wiederum durch das microUSB-Kabel mit dem Rechner verbunden wird, eignet sich gut dafür den USB-Empfänger auf den Schreibtisch stellen zu können. Dank der Gummibeschaffenheiten des Unterbodens, gewinnt die Station etwas mehr an Halt.

Die Einrichtung

Die Erstinstallation des Treibers verlief dank Plug-and-Play zügig und reibungslos: USB-Empfänger an den PC angeschlossen, Steam Controller durch kurzes Halten auf das Steam-Logo eingeschaltet, etwas gewartet und schon waren die Treiber installiert. Da zu diesem Zeitpunkt auch Steam im Hintergrund lief, wurde ich direkt nach der Treiberinstallation auf den „Big Picture“-Modus aufmerksam gemacht.

steam_controller_erkannt

Na gut, wenn Steam das sagt, werfen wir doch mal einen Blick in den „Big Picture“ Modus. Direkt nach dem Start, wurde ich auf ein verfügbares Firmware-Update des Controllers hingewiesen. Eine Installation des Updates ist durchaus ratsam, da in den vergangenen Tagen und auch in den kommenden Wochen bis zum offiziellen Release, die Firmware bestimmt noch einige Verbesserungen und Fehlerbehebungen erhalten wird.

steam_ctrl_firmwareupdate

Nach einer kurzen Kaffee-Schlürfpause war auch schon das Firmware-Update fertig, der Controller startet daraufhin kurz neu und ist direkt wieder einsatzbereit. Das Navigieren im „Big Picture“ Modus ist ähnlich wie mit jedem anderen Controller, dazu muss ich denke ich nichts Großartiges erzählen.

Verwendung in Spielen

Nach der relativ schnellen und unkomplizierten Erstinstallation des Steam Controllers, kommen wir nun zum spannenderen, aber auch komplizierteren Teil: Die Verwendung des Controllers in Spielen.

Bei Konsolen ist die Verwendung und Konfiguration von Controllern kinderleicht: Controller verbunden, vielleicht noch die Sensibilität eingestellt und los gelegt. Beim Steam Controller ist dies bisher in einigen Spielen noch nicht so ausgereift und wird noch etwas Zeit brauchen, bis eine größere Anzahl an Spielen auf Anhieb mit dem Controller umgehen kann.

steam_controller

Ich habe mir konkret einmal das hauseigene Spiel Portal 2 mit dem Steam Controller angesehen. Die Bedienung mit der empfohlenen Standardkonfiguration funktionierte direkt auf Anhieb problemlos und das unglaublich gut. Das Zielen mit der Portalkanone mit dem rechten Touchpad fühlt sich ähnlich wie mit einer Maus an, zu Beginn etwas eigenartig, aber bereits nach einer kurzen Zeit, kann man mit der Bedienung problemlos umgehen.

Ich habe in den vergangenen Tagen nahezu durchgehend das Wohnzimmer mit meinem Steam Controller besetzt und Spiele wie Outlast, Life Is Strange, Tomb Raider, The Talos Principle, Grand Theft Auto V, Remember Me und Metal Gear Solid V: Ground Zeroes angespielt. Diese ließen sich mit einer richtig eingestellten Vorlage erstaunlich gut spielen, wobei in Metal Gear Solid V die präzise Steuerung beim Zielen etwas schwieriger war – was sich bestimmt mit einer etwas verfeinerten Konfiguration des Controllers beheben lässt.

Controller Konfigurationen

Dank verschiedenster Vorlagen und genau einstellbarer Konfigurationen, kann man sich den Controller noch feiner an seine Wünsche anpassen. Dazu gibt es drei Kategorien an fertigen „Controller Konfigurationen“: „Empfohlen“, „Community“ und „Vorlagen“.

steam_ctrl_vorlagen

In einigen Spielen kann es durchaus notwendig sein, auf die Community-Vorlagen zurückzugreifen, da diese manchmal sogar besser als die empfohlenen Vorlagen funktionieren. In der Kategorie „Vorlagen“ lassen sich allgemeine Vorlagen finden, um auch in Spielen ohne integrierte entsprechende Unterstützung den Controller verwenden zu können.

steam_ctrl_vorlagen2

Das war aber noch nicht Alles: Die Einstellungen des Controllers können bis in das kleinste Detail selbst konfiguriert werden -  hier sind nahezu keinen Grenzen gesetzt.

steam_ctrl_p2_settings

Beispielsweise kann die rechte Touchpadfläche von einem Maus ähnlichen Bedienfeld zu einem Trackpad umfunktioniert, die Sensibilität genau geregelt und einzelne Knöpfe sowie In-Game-Aktionen selbst definiert werden:

steam_ctrl_p2_settings2

Selbst die „YBAX“-Auswahlknöpfe können nach eigenem Belieben eingestellt werden:

steam_ctrl_p2_settings3

Selbstverständlich kann auch die rechte Touchpadoberfläche, die ebenso als Steuerkreuz agieren kann, genau anderweitig belegt werden:

steam_ctrl_p2_settings4

Mein Fazit zum Steam Controller

Meiner Meinung nach wird der Umstieg für die meisten alteingesessene Maus- und Tastatur-Spieler auf den Steam-Controller eine Herausforderung sein: Zeit und Geduld sind hier durchaus gefragt. Die Steuerung ist anfangs etwas ungewohnt, doch nach einiger Zeit kann man bereits Spiele wie Outlast und „Life Is Strange“ ohne große Schwierigkeiten meistern. (Wobei hier die Schreckmomente von Outlast keinesfalls harmloser wirken… Meine Nachbarn können dies vermutlich bezeugen.)

Ob der Steam Controller in Zukunft nun die breite Masse von sich überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Ich bin diesbezüglich etwas Zwiegespalten:

Einerseits wirkt die Steuerung selbst in den verschiedenen Spielen etwas holprig und unausgereift und finde mich in den meisten Spielen weiterhin mit Maus und Tastatur leichter zurecht. Außerdem besitze ich bereits einen Xbox 360 Controller, der seine Arbeit ebenfalls gut verrichtet.

Andererseits hat der Steam Controller durch seine besondere, aber auch angenehme Bedienung, als auch durch die große Anzahl an Bedienfeldern und verbauten Sensoren wie einem Lage- und Beschleunigungssensor seinen gewissen Reiz. Aktuell scheint das große Potenzial des Controllers noch nicht ganz ausgeschöpft zu sein. Wenn die Spielentwickler zukünftig eine native und durchdachte Unterstützung für den Controller in ihren Spielen implementieren, könnte daraus bestimmt etwas werden.

Ich bin der Meinung, dass es aktuell noch etwas zu früh ist, ein endgültiges Fazit zum Controller abzugeben. Auch wenn es aktuell noch Schwierigkeiten mit einigen Spielen gibt, funktionieren andere Games damit großartig und machen unglaublich viel Spaß. Der Controller ist grade neu am Markt und muss seine mögliche Vielseitigkeit erst voll entfalten, was sicherlich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

In Kombination mit dem Steam Link, mit welchem ich größtenteils den Steam Controller getestet habe, ist es durchaus sehr interessant. Den Steam Link und Controller anschließen, das Wohnzimmer besetzen und bequem von der Coach aus mit dem Controller beispielsweise in den riesigen Welten von The Witcher 3 oder Grand Theft Auto V sein Unwesen treiben.

Für neugierige Menschen, die bereits mit dem Gedanken spielen sich einen Steam Controller zu zulegen und bereit sind, bei der Konfiguration etwas Zeit zu investieren, kann ich den Kauf durchaus empfehlen.

Schlussworte

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, schmeißt sie dazu einfach in die Kommentare oder schreibt mich über Twitter oder Steam direkt an. Ich hoffe, dass dir diese Review den Steam Controller etwas näher gebracht hat!

Du nennst den neuen Steam Controller ebenfalls schon dein eigen und hast bereits ein paar Erfahrungen sammeln können? Dann schreibe uns doch einmal deine Eindrücke in die Kommentare und verrate uns, wie du die neue Steam Hardware aus dem Hause Valve findest!

26. Okt 2015, 11:15
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Patrik Kernstock
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