Asus Zenfone Selfie im Praxis Test

Wie die Jungfrau zum Kinde, bin ich vor einigen Tagen zur Chance gekommen, ein Asus Zenfone Selfie für ein paar Wochen zu testen. Denn auf der Suche nach einem neuen Smartphone, abseits der Windows Welt, muss ich meine Android Allergie leider ablegen.

Das Asus derweilen auch Telefone im Angebot hat, war mir bisher entgangen. Und so ging mein erster Blick auf die entsprechende Webseite, die eine Reihe von Modellen listet. Das Selfie genannte Gerät ist in der oberen Mittelklasse verortet und kommt wie der Name nahelegt, mit speziellen Selfie Features.

Die Technik

Das mit der Bezeichnung ZD551KL kommende Gerät ist mit Android Lollipop 5.0 bespielt. Es verfügt über einen Qualcomm® Snapdragon™ 615 64-Bit Achtkern Prozessor mit 3 GB Arbeitsspeicher, was in der Praxis hinreichende Leistung bedeutet. Das Display ist mit Corning Gorrilla Glas 4.0 geschützt und der Autor kann bestätigen, dass ein Sturz aus Hosentaschen-Höhe nicht zwangsläufig die bekannte Spiderapp installiert.

Mit LTE, Bluetooth 4.0 und allen aktuellen Netzfrequenzen ausgestattet, gibt sich das Selfie auch in Bereich Connectivity keine Blößen. Als Akku kommt ein Lithium-Polymer Akku mit 3000 mAh zum Einsatz, der für 255 Stunden Standby gut ist. Verbaut sind zudem 32 GB Speicher, welcher mit SD Karten bis 128GB erweiterbar ist. Das Truvivid genannte Display kommt in Full HD und mit 5,5 Zoll daher, liegt damit zwar etwas unter den aktuellen Topmodellen ist aber sehr hell und klar, so dass es auch bei Sonne sehr gut abzulesen ist. Die Farben werden deutlich und klar dargestellt und auch beim Fotografieren in sommerlicher Umgebung bekommt man keine Probleme mit der Darstellung.

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Fotografieren ist sicher eine Stärke des Zenfone Selfies. Sowohl Front- als auch Rückkamera verfügen über einen 13 Megapixel Sensor, sowie eigene Blitze. Dazu kommt ein Laserfokus System, das manchmal fast etwas zu schnell reagiert. Selfies können also, mit voller Bandbreite, auch mit der Frontkamera gemacht werden. Dazu kommen die Möglichkeit der Low Light Aufnahme und auch komplett manuelles Fotografieren ist möglich.

Die Eindrücke

Überraschend schnell hat Asus mir das Testmuster geliefert. Es kommt in der heute üblichen knappen Pappbox, die auch gleich über die entsprechenden Highlights des Geräts informiert. Ausgepackt und angeschaut, vermittelt das ASUS Zenfone Selfie einen durchaus wertigen Eindruck. Die Spaltmaße sind klein, kein Krächzen oder Knarzen stört den Gesamteindruck. Und auch wenn Plastik das beherrschende Material ist, so entsteht nicht der Eindruck eines Billiggerätes. Dazu trägt auch die Rückseite bei, die nicht in Plastikhochglanz ausgeführt ist, sondern einen Keramiklook trägt, den Asus als Pastell beschreibt. Dadurch liegt das Handy super in der Hand und man hat nicht dieses Gefühl von „Gleich fällt es runter“, welches viele andere Geräte versprühen. Fingerabrücke werden allerdings von beiden Seiten des Geräts gerne genommen.

Nach dem Zusammenbau und dem Einlegen der Karten gibt es den üblichen Wust an Google und Android Fragen zur Installation. Gleichzeitig installiert auch Asus sein eigenes ZEN UI und einige mehr oder minder sinnvolle Apps. Tagelang belastet einen das Handy dann mit, wieder mehr oder minder sinnvollen Nachfragen und Einstellungen für Apps und Android. Das UI selber wirkt durchdacht und läuft sehr gut. Auch wenn einige der Icons irgendwie das Gefühl von Kinderspielzeug vermitteln.

Durchgängig vermittelt die UI allerdings den Eindruck von Geschwindigkeit. Jeder Klick löst eine sofortige Reaktion aus und die Apps starten rasend schnell. Zu keinem Zeitpunkt kommt das Gefühl mangelnder Leistung auf. Android typisch kann man fast alles einstellen, auch Sachen die wahrscheinlich niemand braucht. Das Display ist mit 5,5 Zoll ziemlich groß, lässt sich aber dank des guten Griffgefühls mit größeren Händen einhändig bedienen. Helligkeit und Farbe sind klar erkennbar und leiden auch bei heller Umgebung wenig. Der Akku bringt einen bei normaler Nutzung locker über zwei Tage. Intensivnutzer sollten allerdings ebenso wie Pokemon Go Spieler, ein paar Euro in eine Powerbank investieren.

Unterwegs mit dem Selfie im ePlus Netz fällt im Vergleich zu anderen Geräten, der gute Empfang auf. In der Praxis lief mein Zenfone quasi immer wenn ich es gebraucht habe. Vor allem auf der Autobahn (natürlich als Mitfahrer) hatte ich im Vergleich zu meinen (teilweise etwas älteren) Geräten immer deutlich besseren Empfang. Lautsprecher und Mikro liefern beide einen klaren, satten Klang und auch die Freispreche funktioniert klaglos und sauber.

Fotografieren und Videos drehen ist sicher ein Herzstück des Gerätes. Bildschirmgesten (auch bei abgeschalteten Screen) helfen die Kamera schnell zu starten. Dann hat man freie Auswahl, da beide Kameras fast identische Leistung bringen. Der Laserfokus ist wirklich verdammt schnell. So schnell das man etwas Übung braucht, denn er reagiert wirklich in Sekundenbruchteilen. Viel schneller ist auch meine Profi DSLR Kamera nicht. Die Bilder sind dabei klar, die Farben werden ordentlich wieder gegeben. Dank dem Low Light System bekommt man auch bei schwachem Licht recht ansehnliche Ergebnisse. Diverse Sonderfunktionen wie HDR und Panorama gibt es natürlich auch.

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Auf der Selfie Seite der Kamera hat man zudem nette Spielzeuge zur Verschönerung. Hautglättung beispielsweise erzeugt bei einem Bild des Autors, unweigerlich das Gefühl von Botox im Gesicht. Und Augenbetonung erzeugt bei voller Nutzung, übertrieben gesagt, Manga-Gestalten mit sehr großen Augen. Nix für Rotkäppchen, die hatte bekanntlich mit großen Augen eher schlechte Erfahrungen. Video zeichnen beide Kameras, wie üblich, mit FullHD aus. Besonders mit der Frontkamera sieht man deutlich die Unterschiede zu Geräten mit kleinerer Frontcam. Das gilt natürlich auch für die Bilder. Leider sitzt das Mikro im Rand des Gerätes. Bei Videoaufnahmen im Querformat, sollte man also auf seine Finger achten. Zumindest wenn man Ton will.

Versuch eines Fazits

Ausgewogene obere Mittelklasse zu einem sehr guten Preis. Dieses Fazit drängt sich einem quasi auf. Besser als erwartet und dank der ZEN UI auch besser als von einem Windows Mobile User befürchtet, kommt die Software auf dem Telefon daher. Das Gerät lässt insgesamt wenige Wünsche offen und ist voll alltagstauglich. Das fette Asus Logo auf der Rückseite bringt den Einen oder Anderen zum Staunen, denn viele wissen nicht das Asus auch Handys im Angebot hat. Aktuell (Stand September 2016) kostet das Gerät etwas mehr als 300 Euro. Auch der Preis fügt sich ins gute Gesamtbild des Asus Zenfone Selfie ein. Wer also eine Selfie Knipse sucht ist hier völlig richtig. Allerdings ist auch richtig, wer ein gescheites Telefon mit guter Verarbeitung, eigenständigen Design und reichlich Leistung sucht.

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In meinem Fall werde ich wohl mal bei Asus anfragen, ob ich das Gerät nicht einfach behalten kann. Denn die Software Einrichtung ist nach drei Wochen Test inzwischen abgeschlossen und das Handy macht genau das was es soll.

Bildquelle: ASUS Webseite

25. Sep 2016, 10:58
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Sascha Siska
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