Call of Duty Black Ops 3 Review (PC)

Hier ist unsere Review zu Call of Duty Black Ops 3 auf dem PC und ob uns der neuste Teil aus dem Hause Treyarch überzeugen konnte, erfährst du wahlweise im Video oder im nachfolgenden Text.

Mit umfangreichem Inhalt und einigen Neuerungen, schickt sich Black Ops 3 an, die Ehre der Call of Duty Serie zu retten. Seit Jahren wegen mangelnden Innovationen und veralteter Technik belächelt, bringt nun der neuste Spross der bekannten Shooterserie frischen Wind in Genre. Widmen wir uns aber zunächst einmal der Einzelspieler Kampagne.

Singleplayer Kampagne

Die Geschichte von Black Ops 3 spielt im Jahr 2065 und damit etwa 40 Jahre nach dem zweiten Teil. In den ersten Missionen lernen wir eine dunkle Zukunft kennen, in welcher der Krieg am Boden eine große Rolle spielt.

Gleich zu Beginn der Kampagne erleben wir einen ziemlich einschneidenden Moment. Wir werden von einem Kampfroboter angegriffen und verstümmelt, um dann wenig später gerettet und als Supersoldat mit neuen Armen und Beinen und einem implantierten neuralen Chip wieder aufzuwachen.

Taylor - Black Ops 3 Komischer Typ: John Taylor erklärt uns unsere Modifikationen

Ab sofort nimmt uns das Spiel an die Hand. Wir lernen in den ersten Missionen, wie wir unsere neuen Fähigkeiten einsetzen und uns damit deutliche Vorteile auf dem Schlachtfeld sichern. Dazu nutzen wir eine taktische Sicht, die sogenannte Augmentierung, die uns alle notwendigen Informationen direkt in die Umgebung projiziert. Feinbewegungen oder Gefahren werden uns so angezeigt. Leider wirkt dies, in Kombination mit den HUD Elementen, oft etwas überladen. Zusätzlich gibt es eine verbesserte Sicht im Dunkeln, die aber etwas statisch wirkt.

Außerdem haben wir die Möglichkeit, mit Erweiterungen unseres Datenkerns, diverse Gegenmaßnahmen einzuleiten. Superkräfte also, mit denen wir Kampfroboter überladen, sprengen oder aber unsere Nahkampfstärke beeinflussen können. In unserer Einsatzzentrale können wir unseren Soldaten anpassen, neue Waffen wählen oder aber die Fähigkeiten seines Chips verbessern.

Übrigens: Unser Soldat ist kein Niemand. Wir erleben ihn in cineastischen Filmsequenzen und hören den einen oder anderen Kommentar von ihm. Das allein bringt uns ihn und seine Geschichte viel näher.

Leider ist die deutsche Synchronisation eher schlecht geraten. Meist sind die Dialoge nicht lippensynchron und eher gelangweilt gesprochen. Erst später im Spielverlauf kommt hörbar etwas Leidenschaft auf. Die englische Version klingt dennoch deutlich besser.

Anfangs waren wir von der Kampagne etwas gelangweilt, denn leider geht es mit dem interessanten Teil der Story etwas schleppend los. Nach einiger Spielzeit offenbart sich uns jedoch eine verschlungene Geschichte um Intrigen, Verschwörungen und Machtmissbrauch rund um die modernsten Technologien dieser dunklen Zukunft. Es gibt krasse StoryTwists die zum Weiterspielen motivieren. Ganz am Ende lädt diese Geschichte sogar zum wieder spielen ein. Mehr wollen wir euch aber nicht verraten. Die Geschichte ist gut, vielleicht etwas verworren aber definitiv spannend erzählt.

Grundsätzlich hat sich am neuen Call of Duty in Bezug auf frühere Teile aber einiges verändert. Das Leveldesign wirkt offener und man hat deutlich mehr Freiheiten, was die Wahl der Wege angeht. So ist es möglich, Gegner zu flankieren und taktischer zu spielen. Vor allem wenn man die Kampagne im Koop spielt, wirkt sich dies aus. Wer sich also mit bis zu drei Freunden in den Kampf stürzt, wird die neue Größe der Levels zu schätzen wissen. Eine gewisse Linearität ist dennoch vorhanden, damit man sich nicht verläuft. Wie in allen vorherigen Teilen, ballert man sich aber auch in Black Ops 3 einfach nur durch ankommende Gegnerhorden um zum nächsten Zielpunkt zu gelangen. Ein Fest für das Maschinengewehr.

Ballerei in Call of Duty Black Ops 3 Wir machen das: Horden von Gegnern auch in Black Ops 3.

Leider wirken befreundete KI Kameraden oft sehr hinderlich. So beobachten wir unseren Kameraden zum Beispiel dabei, wie er trotz der Menge an Gegnern nicht einen Schuss abgibt. Von einer echten Hilfe in Gefechten kann man da nicht wirklich reden. Es hängt also wieder mal nur von uns ab.

Die KI der Gegner ist in den meisten Fällen nicht nur strunzdumm, sondern weiß uns selbst bei normalem Schwierigkeitsgrad oft ins Schwitzen zu bringen. Wer nicht auf seine Deckung achtet, geht schnell drauf. Die Roboterinfanterie wirkt dabei mit ihren Sounds und Ausweichbewegungen etwas auflockernd. Aber auch diese ist schnell ausgeschaltet. Große Kriegsmaschinen sind allerdings nur mit grober Waffengewalt zu bekämpfen.

Die Levelarchitektur ist allgemein gut durchdacht und oft auch mehr als ansehnlich. Man schafft es opulente Gebäudekomplexe zu nutzen und mit netten Details werden so manche Szenarien deutlich aufgewertet. Leider gibt es aber auch Levelabschnitte, die eher altbacken und damit wie Füllmaterial wirken. Dennoch finden sich viele Szenen in genialen Umgebungen, etwa eine Schwimmeinlage in einer unterirdischen Forschungseinrichtung, bei wir uns den Weg freischießen müssen. Leider werden manche Szenen durch kleine Designpatzer aber auch zerstört.

Trotzdem ist der Singleplayer von Black Ops 3 mehr als nur eine reine Ballerorgie. Wir erleben Grausamkeiten und schreckliche Szenen einer apokalyptischen, hochtechnologischen Welt die wir nun zu retten versuchen. Die Handlung nimmt uns dabei mit auf eine Reise voller krasser Überraschungen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kampagne, können wir diese im Alptraummodus mit Zombies als Gegner erneut durchspielen. Da diese dann erheblich anders verläuft, kann man demnach sozusagen zwei Kampagnen erleben. Wir spielen Online!

Multiplayer Modus

Call of Duty ist natürlich bekannt für seinen Multiplayer. Dieser zeichnete die Serie seit jeher bei vielen Spielern aus. Auch hier hat sich einiges verändert. Zum einen ist es natürlich das neue Handling, welches in den Online-Gefechten mit Doppelsprüngen und Wallrunning punktet. Klar, das ist nicht neu im Genre, irgendein Spiel eines anderen Publishers konnte das auch schon.

Das neue Movement macht eine Menge Spaß und passt sich sehr gut in das Gameplay ein. Gerade wenn man in vollem Lauf an einer Wand einen Gegner erledigt, feiert man innerlich diesen Erfolg. Ob wir nun Springen, laufen oder über den Boden rutschen, wir können jederzeit zielen und schießen. Diese Art Fortbewegung bringt das Gameplay auf ein neues Level. Wir erleben sehr dynamische Spiele, die aber nicht schneller oder weniger kontrolliert wirken als in den Vorgängern.

Im Grunde fühlt sich das Spiel nicht schneller an, als man es von Call of Duty gewohnt ist. Manchmal hatten wir sogar eher den Eindruck, durch die Größe und den Aufbau der Karten, etwas ruhigere Runden zu erleben. Wer sein Movement testen oder verbessern will, findet im freien Modus diverse Parcours zum üben.

Spezialist in Call of Duty Black Ops 3 Krasse Tricks: Jeder Spezialist verfügt über zwei wählbare Fähigkeiten

Eine weitere Neuerung in Black Ops 3 sind die Spezialisten. Neben Waffen und Perks stehen uns nun verschiedene Kämpfercharaktere mit besonderen Eigenschaften zur Verfügung. Jeder dieser Helden verfügt über zwei Spezialattacken und einige freischaltbare optische Aufwertungen. Durch das Erzielen von Punkten laden sich diese Spezialattacken auf, die wir dann per Q-Taste abrufen. Von speziellen Angriffswaffen bis hin zu Panzerungen und Radaren ist für jeden Spieler das richtige Gadget dabei. Setzt man diese sinnvoll ein, ist man fast unbesiegbar oder fühlt sich zumindest so. Außerdem stehen, wie gewohnt, jede Menge freischaltbarer Waffen und Aufsätze in verschiedenen Klassen bereit. Zusammen mit den Perks und Abschussserien, also die bekannte Call of Duty Kost.

Auch an Umfang kann der Multiplayer von Black Ops 3 überzeugen. Wie auch in den letzten Teilen der Serie, finden sich neben zehn Spielmodi zu denen Team Deathmatch, Capture the Flag oder Herrschaft gehören, viele weitere Variationen und Herausforderungen. Außerdem gehören der Arena Modus sowie der Freie Modus ebenfalls zum Repertoire. Zusätzlich bietet der Zombie Modus reichlich Spielspaß. Wer unter diesen 17 Multiplayermodi nicht fündig wird, dem kann man nicht helfen.

Insgesamt sind im Hauptspiel 12 verschiedene Multiplayerkarten mit sehr unterschiedlichen Settings verfügbar, die in allen Modi spielbar sind. Zusätzlich steht eine neue Version der beliebten Karte Nuketown als DLC zur Verfügung.

Nuketown in Call of Duty Black Ops 3 Bekannte Gegend: Nuketown darf in keinem CoD fehlen

Der Zombiemodus ist ebenso wie die Kampagne im Koop spielbar und bietet eine krasse Abwechslung. Allein das Setting ist nicht wie das übrige Spiel in der Zukunft angesiedelt, sondern entführt die Spieler in eine surreale Umgebung mit Steampunk-Charakter. Man fühlt sich etwas in die Welt von Bioshock versetzt. Alleine ist dieser Modus kaum zu schaffen, denn nach kurzer Zeit überrennen uns die Zombies. Also, schnappt euch drei Freunde und legt los. Zusätzlich gibt es ein paar Aufgaben zu lösen, für die ihr aber in die Haut einer Bestie schlüpfen müsst. Damit bietet der Multiplayer von Black Ops 3 einen nie dagewesenen Umfang, der von kaum einem Shooter zu toppen ist. Wir sind begeistert und neugierig auf kommende Inhalte.
Grafik, Sound und Technik

Grafisch bietet Black Ops 3 nicht viel Neues. Es ist dieselbe Engine wie auch in den Vorgängern, wobei man natürlich sagen muss, dass diese ständig verbessert und überarbeitet wird. Man nutzt moderne Shader und Beleuchtungseffekte, die uns oft ein schönes Bild malen. Leider braucht es für die beste Darstellung einen sehr starken Rechner. Und auch damit beklagen viele Spieler oft matschige Texturen und sehr niedrige Frameraten. Eventuell besteht hier noch Optimierungsbedarf.

Dennoch macht das Spiel auch auf mittleren Einstellungen keinen schlechten Eindruck. Allein die Szenarien und die krasse Action, entschädigen für so machen Grafikpatzer. Grafik ist aber bekanntlich nicht alles. Mit einem Crysis 3 kann dieses Call of Duty aber trotzdem nicht mithalten.

Was den Sound angeht, so knallt es gut in den Lautsprechern. Die Waffensounds sind knackig bis brachial und Explosionen wirken ziemlich heftig. Die Gegner sind gut durch ihre Schritte zu orten und auch die Musik ist passend gewählt und eingesetzt. Lediglich die deutsche Synchronisation verhagelt den Gesamteindruck.

Momentan leidet die PC Version von Black Ops 3 unter einigen Problemen, die man nun mit Patches beheben will. Die Spieler klagen über Mauslags, schlechte Performance oder Probleme mit der CPU Auslastung. Bei einigen Spielern will das Spiel erst gar nicht starten. Da haben es die Konsolenspieler etwas einfacher, wirkt das Spiel doch tatsächlich wie für die Konsolen entworfen. Lediglich das Peer-to-Peer System, bei dem ein Spieler ein Multiplayerspiel hostet, stört die Konsoleros. Für die PC Version laufen die Multiplayermatches auf dedizierten Servern.

Grafik in Call of Duty Black Ops 3 Schon schick: Wer einen starken Rechner besitzt, erlebt Black Ops 3 in voller Pracht.
Unser Fazit

Mit etwa 9 Stunden Spielzeit in der Hauptkampagne, die man gleich zweimal unterschiedlich erleben kann und der Möglichkeit diese auch im Koop zu spielen, überrascht uns Black Ops 3 gehörig. Die Geschichte ist grandios erzählt und bietet eine große Portion Action. Der Multiplayer macht Spaß und bietet mit den unterschiedlichen Karten und dem neuen Movement eine Menge Abwechslung.

Auch die Helden mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, sind eine interessante Idee. Der Zombiemodus ist knackig schwer und bietet auch für die Freunde des Dauerfeuers sehr viel Unterhaltung. Allein der Umfang des Multiplayers macht Black Ops 3 damit wirklich herausragend in Bezug auf die gesamte Serie. Zusätzlich verfügt das Spiel auch über einen Splitscreenmodus den wir nicht erwartet hatten.

So kann man zu zweit an einem PC spielen. Werden die Probleme der PC Version behoben und die Performance des Spiels weiter verbessert, so wird Black Ops 3 wohl zum besten Spiel der gesamten Serie gekürt werden. Das Spiel überzeugt an Umfang und im Gesamteindruck und ist vielleicht genau das Call of Duty was sich Shooterfans seit Jahren gewünscht haben.

Call of Duty Black Ops 3 ist sei dem 6. November 2015 für die Plattformen Playstation 3 und 4, Xbox 360 und Xbox One, sowie für den PC erhältlich.

Schreibe uns doch einmal deinen Eindruck von Call of Duty Black Ops 3 in die Kommentare!

16. Nov 2015, 10:03
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Uwe Marohn
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