CS:GO Profi Team holt ehemaligen Cheater an Bord

Das CS:GO Team Vexed sorgt für Diskussionen, weil sie kürzlich "KQLY" mit ins Boot geholt haben. Ursprünglich wurde dieser 2014 nach Cheating gebannt.

Das französische CS:GO Team Vexed hat sich dazu entschlossen, Hovik "KQLY" Tovmassian bei sich aufzunehmen. Grundsätzlich hat der Profispieler auch einiges aufzuweisen: In seiner Blütezeit war er als Mitglied von LDLC und Titan Teilnehmer und Gewinner einiger großer Turniere.

2014 wurde KQLY jedoch nach Cheating gebannt, weswegen er nicht mehr an von Valve gesponserten Turnieren teilnehmen durfte - die weltweit größten CS:GO Wettkämpfe. Weil der Turnierveranstalter ESL aber neulich einige Regeländerungen vorgenommen hat, kann Vexed tatsächlich mit KQLY im Team an ausgewählten Wettbewerben teilnehmen.

Zunächst schien seine Karriere noch sehr vielversprechend: Als Titan-Mitglied war KQLY unter den besten vier Teams bei ESL One: Cologne. Im Jahr 2014 war Titan in einer sehr guten Phase, die jedoch rasch beendet wurde - neben dem Bann für den französischen CS:GO-Profi wurde dem gesamten Team die Teilnahme an DreamHack Winter 2014 verboten. Zwar haben Titan KQLY ersetzt und sie konnten wieder in Wettbewerbe einsteigen, aber an den Erfolg von vorher konnten sie nicht mehr anknüpfen. 2016 hat sich das Team letztendlich aufgelöst.

Dieser Vorfall hatte nicht nur Konsequenzen für ein einzelnes Team, sondern auch für den Ruf von CS:GO und natürlich für KQLY selbst. Deshalb scheint es nicht verwunderlich, dass die Entscheidung von Vexed nicht besonders gut bei der Community ankommt. Das Besondere ist jedoch, das nicht mal das Team selbst komplett hinter dem Entschluss steht, den ursprünglich gebannten Spieler bei sich aufzunehmen: Zwei Vexed-Mitglieder räumten ein, dass sie vorher gar nicht über den Neuzugang informiert wurden und sich weigern würden, gemeinsam mit KQLY an Events teilzunehmen. Die Spielerliste des Teams wure nun aktualisiert - die Namen der beiden sind dort nicht mehr zu finden.

Das momentane LDLC-Mitlgied Ex6TenZ machte seine Kritik zur Rückkehr von KQLY in die ESL auf Twitter breit. Er bezweifelt, dass Vexed durch ihre Entscheidung keine Probleme bei der Suche nach Sponsoren haben werden.

CS:GO

Auch das ehemalige Liquid-Mitglied Hiko hat den Entschluss von Vexed in seinem Twitch-Stream öffentlich kritisiert. Er scheint es nicht fair zu finden, dass sein Kumpel Braxton ‘swag‘ Pierce von iBuyPower wegen Wettbetruges lebenslang gebannt ist, aber KQLY nach seiner Aktion doch zurückkehren darf. Er ist nicht der Einzige, der die Regeländerung der ESL ungerecht findet: Diese besagt, dass man nach Cheating nur 2 Jahre lang gebannt wird und dann wieder an bestimmten Turnieren teilnehmen kann. Viele sind jedoch der Meinung, das Cheating mindestens genau so inakzeptabel ist, wie Match Fixing und ebenfalls einen lebenslangen Bann mit sich ziehen sollte.

Trotz der Erlaubnis zur Rückkehr gibt es für KQLY und somit für Vexed Einschränkungen: Da Valve keinen einzigen Cheater bei Major-Turnieren dabei haben möchte, bleibt ihnen die Teilnahme an den größten CS:GO-Wettkämpfen verwehrt. Das ist für dieses Team aber momentan eher weniger schlimm, da sie zurzeit sowieso nicht stark genug sind, um sich für Majors zu qualifizieren. Sie können aber bei Turnieren auf ihrem Level ohne Probleme antreten.

Sowohl die Regeländerung als auch das Handeln von Vexed stehen also in der Kritik. Ob dadurch der Ruf von CS:GO wieder leiden muss, wird die Zeit zeigen.

Was hälst du von der Regeländerung? Unterstützt du Vexed in ihrer Entscheidung oder hättest du anders gehandelt? Schreibe es in die Kommentare!

Quelle: PC Gamer

Bildquelle: G2A

2. Mai 2017, 15:51
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Julia Plura
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