Doom - Wir haben uns durch das Spiel gemetzelt

Vor kurzem erschien der vierte Teil des Klassikers Doom. Im Spiel enthalten sind ein Storymode, ein Multiplayermode und ein Mapeditor, mit dem man eigene Szenarien erstellen kann.

Der Storymode

In der Geschichte von Doom geht es grundsätzlich darum, eine Forschungsstation auf dem Mars von Dämonen zu befreien. Auch wenn der Auftrag klar zu sein scheint, gestaltet sich das Vorhaben als nicht ganz so einfach. Zu Beginn des Storymode kann man aus drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen, zwei weitere folgen später. Abhängig davon, mit welcher Schwierigkeit man startet, endet man dann mehr oder weniger schnell als Dämonenmüsli. Sobald die Entscheidung getroffen wurde, geht es auch schon los mit dem heiteren Dämonenschlachten.

Zu Beginn hat man nur eine Waffe zur Verfügung, eine Pistole mit eher geringer Effektivität gegen Dämonen und ehemalige Mitarbeiter der Anlage. Glücklicherweise erweitert sich die Auswahl der Waffen schnell und so kann man bald auf bekannte Waffen der Doomreihe wie die Schrotflinte zugreifen. Nicht nur der geübte Handwerker wird seine helle Freude an der kultigen Kettensäge haben. Das zusammengesammelte Arsenal kann individuell durch Waffenpunkte aufgewertet werden, beispielsweise mit speziellen Projektilen oder auch Munitionsaufwertungen.

Zur Orientierung steht dem Spieler eine Map zur Verfügung, die sich wahlweise in 3D oder 2D darstellen lässt. Das erleichtert die Navigation etwas, denn durch die teilweise monotone Farbgebung ist es manchmal nicht einfach, den richtigen Weg zu finden. Die Farbtöne bewegen sich im Außenbereich meistens zwischen gelb, rot und braun hin und her, wie man sich den Mars und auch die Hölle nun mal vorstellt. Da kann es schon mal passieren, dass man aus Versehen in einen Abgrund hüpft und folglich am letzten Speicherpunkt nochmal neu starten darf.

Doom Aussichtspunkt Doom Aussichtspunkt

Die Gesundheit des Marines, in dessen Rolle man schlüpft, regeneriert sich nicht automatisch. Das gleiche gilt für die Munition, irgendwann ist sie alle. Dem kann man vorbeugen, indem man die im Areal verstreut liegenden Medic- und Ammopacks aufsammelt. Eine weitere Alternative zur Heilung sind die Glory Kills. Wurde der Gegner betäubt oder hat er genug Schaden erlitten, wird dies im Spiel mit einer goldschimmernden Umrandung angezeigt. Mit der F Taste kann man dann den Gegner auf besonders kreative Weise eliminieren und erhält als Goodie Gesundheit. Diese Glory Kills gibt es in verschiedenen Varianten, je nachdem, aus welchem Winkel der finale Angriff ausgeführt wird.
Hat man allerdings alles an Medipacks und Ammo aufgesammelt und verbraucht, kann man sich nur noch mit der Pistole oder im Nahkampf gegen die Monster wehren und aufs Überleben hoffen.

Neben den Missionen der Story gibt es in den einzelnen Gebieten verschiedene Collectables. Durch mehr oder weniger herausfordernde Runenprüfungen kann man seine Ausrüstung und Fähigkeiten verbessern, außerdem sind auf der Map Geheimnisse versteckt; zusätzlich wollen Extralevel und Easter Eggs entdeckt werden.

Doom Runenprüfung Doom Runenprüfung

Doom im Storymode macht Spass, auch wenn sich die Glory Kill-Animationen wiederholen. Man kommt schnell vorwärts, Irrwege sind selten. Die Grafik ist gut, die Gebiete sind optisch ansprechend dargestellt und ein krasser, aber schöner Gegensatz zur allgegenwärtigen Dämonenmatscherei. Landschaftlich kann man die Umgebung eigentlich als schön bezeichnen, wenn da nicht diese ständige Dämonenpräsenz wäre. Die Angriffe der Biester laufen in Wellen ab. Nachdem man sie teils ziemlich unappetitlich eliminiert hat, kann man ganz in Ruhe den Bereich erforschen. Wenn man auf dem Weg nach oben mal daneben springt, kann es tödlich sein und den Neustart am letzten Speicherpunkt nach sich ziehen. Das ist aber nicht weiter schlimm, der letzte Speicherpunkt ist meistens nicht weit entfernt.

Nicht nur Sprünge ins Bodenlose, sondern auch die Maschinerie der Anlage können ungesund für den Charakter sein. Aber das sollte jeder für sich selber herausfinden, Gelegenheiten gibt es in Doom genug. Aufgelockert wird Doom durch Hologramme, die feinsinnige Arbeitsanweisungen zum Besten geben. Es gibt auch solche Momente, in denen man sich den Arm eines von Dämonen heimgesuchten, ehemaligen UAC Mitarbeiter ausleiht, um mit ihm einen Handabdruckscanner zu überlisten. Grundsätzlich nichts Besonderes. Aber wenn sich der Arm dann mit einem Quietschen der Erdanziehungskraft beugt und die Steuerkonsole herunter rutscht, kann einem das ein süffisantes Lächeln ins Gesicht zaubern. Aber auf die Frage, wer sich eigentlich die Mühe gemacht hat und die ganzen Kerzen in Doomland aufgestellt hat, wird es wohl keine Antwort geben. Endbosse? Ja, die gibt es, genauso wie das Ende, mehr Details dazu werden jetzt nicht verraten.

Doom Ein Lächeln sagt mehr als 1000 Worte Doom Ein Lächeln sagt mehr als 1000 Worte

Der Multiplayermode

Neben der Kampagne kann man Doom auch als Multiplayer spielen; sechs verschiedenen Modi stehen dabei zur Auswahl. Team Deathmatch dürfte wohl der bekannteste und auch der beliebteste Modus sein. Hierbei handelt es sich aber nicht um das klassische Jeder gegen Jeden, sondern um zwei Teams, die gegeneinander antreten. Bei Seelenernte muss man die Seelen der erledigten Gegner aufsammeln und bei den Modi Vorherrschaft und Kriegspfad geht es darum, feste oder mobile Punkte einzunehmen, zu halten und zu verteidigen. Freeze-Tag steht für Einfrieren statt Killen. Zum Auftauen eines Teamkameraden muss man sich nur eine Zeit lang neben ihn stellen, dann ist er wieder warm und einsatzfähig. Siegreich ist das Team, welches das gegnerische Team komplett eingefroren hat. Als letztes gibt es noch die Clan-Arena; wer hier gekillt wird, spawnt nicht neu, kann aber den Rest der Runde im Spectatormode aus der Sicht eines Teamkameraden mitverfolgen. Je nachdem, welchen Modus man spielen will, dauert es manchmal einige Zeit, bis eine Partie gefunden ist, dafür ist der Spaßfaktor relativ hoch. Am schnellsten kommt man mit Team Deathmatch ins Spiel. Spaß machen alle Modi und bieten eine gute Ergänzung zur Story.

Um sich von den anderen Spielern zu unterscheiden, kann man sein Aussehen individuell anpassen. Sogar eine rosafarbene Rüstung und Kanone ist machbar. Relativ schnell erweitern die durch Punkte erreichten Freischaltungen die Anpassungsmöglichkeiten, Farben und Taunts.

Waffenanpassung Doom Waffenanpassung Doom

Snapmode - der Mapeditor

Relativ unbekannt scheint noch der Snapmode zu sein. Dabei liefern die Entwickler von Doom mit dem Snapmode einen guten Mapeditor, mit dem ganz eigene Szenarien erstellt werden können, ob nun Solo oder Multiplayer. Zum besseren Einstieg stehen kurze, aber gute Tutorials zur Verfügung, die einem in kurzer Zeit einen Überblick über die Funktionen des Editors vermitteln. Nicht nur die Räume können individuell ausgewählt und platziert werden, sondern auch Farbe, Licht, Soundeffekte, Interaktionen und vieles mehr. Dämonen können nach Wunsch platziert, angepasst und getauft werden. So ist es möglich, dass Karl-Heinz aus dem Hinterhalt angreift und nur mit einem Glory Kill erledigt werden kann. Mit etwas Kreativität entstehen sogar ganze Puzzlelevel mit mehr oder weniger kniffligen Rätseln, auch Parkourläufe sind möglich.
Die erstellte Map kann dann hochgeladen und so den anderen Spielern zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Tag #BuildLikeHell wird die Karte zum Voting für die beliebtesten Karten frei gegeben.

Doom SnapMap Doom SnapMap

Von vielen als ein nettes Goodie abgestempelt, ist es aber eine tolle Erweiterung, wenn man den Storymodus durch hat, gerne etwas Eigenes erschaffen möchte oder mal eben ein paar Dämonen in komplett neuen Umgebungen pulverisieren will.

Unser Fazit:

Nicht nur Doomveteranen werden ihre Freude an diesem neuen Teil haben, sondern auch Neueinsteiger ins Dämonenmetzelbusiness werden fasziniert sein. Wir sind es jedenfalls gewesen!

Wie war dein Eindruck von Doom? Oder überlegst du noch, es zu kaufen? Schreib es uns in die Kommentare!

24. Mai 2016, 16:43
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Gabi Heuer
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