Im Test - Der NETDUMA R1 Gaming Router

NETDUMA bewirbt den R1 Gaming Router mit den Worten "The only router in the world that will fix lag". Ob diese Aussage stimmt verraten wir dir in unserem Test.

Der NETDUMA R1 Gaming-Router ist in der Basis eine Box von Mikrotik, auf der jeder Anbieter seine eigene Firmware aufspielen kann. Roxxgames hat uns eines dieser Geräte zur Verfügung gestellt.

Verpackung und Lieferumfang

Das Gerät kommt in einem dieser bekannten Faltkartons. Man zieht seitlich zwei Laschen nach vorne heraus, klappt den Deckel nach oben und schon liegt die Technik gut sichtbar vor einem auf dem Tisch. In der Box befindet sich der Router selbst, ein Netzteil und eine Anleitung für den schnellen Start. Ein CAT.6-Netzwerkkabel wird auch noch mitgeliefert, was dem Router einen kleinen Pluspunkt einbringt. Dieser wird allerdings schnell wieder neutralisiert, da es die Schnellanleitung (momentan) nur in englischer Sprache gibt. Auch wenn man weiter in die Technik eindringen möchte, ist man auf Informationen aus dem Internet angewiesen.

netduma_02

Router und Anschlüsse

Als der NETDUMA R1 Gaming Router vor uns auf dem Tisch liegt, betrachten wir die Anschlüsse. An der Vorderseite befinden sich fünf Gigabit-Buchsen. Eine davon dient zur Einspeisung des PoE-Signals, an die anderen können, wie gewohnt, diverse Endgeräte per Kabel angeschlossen werden. Möchte man seine Konsole per WLAN anbinden, so steht eine Sende-Einheit nach den 802.11 b/g/n-Standards zur Verfügung. Sie sendet mit bis zu 1000mW im 2.4 GHz-Bereich. An der Seite befindet sich ein USB 2.0-Anschluss, während im Inneren eine Atheros-CPU mit 600 MHz werkelt. Diese hat Zugriff auf 128 MB RAM. Alle diese Features vereint der Netduma R1 auf einer Fläche von gerade einmal 12cm x 14cm.

Einrichtung und Inbetriebnahme

Wir nehmen uns die Schnellanleitung zur Hand und fangen an. Ein Ende des Ethernet-Kabels kommt in Port 1 (beschriftet mit PoE) des Routers, so verrät uns Schritt 1 der Anleitung. Insgesamt sind 7 Schritte nötig, um den Router in Betrieb zu nehmen. Am Ende hat man dann zwei Kabel mit dem Netduma R1 verbunden und evtl. ein paar WLAN-Endgeräte eingerichtet. Unser erster Versuch, scheiterte allerdings, da der Router einfach nicht mit der ConnectBox eines bekannten Anbieters für Kabel-Internet zusammenarbeiten wollte. Wir drücken also Reset und weichen auf die DSL-Leitung im selben Haus aus.

Netduma R1

Nach einem Neustart haben wir dann, durch Eingabe der benötigten Adresse in den Browser, Zugriff auf das Gerät. Man fordert uns auf die EULA zu bestätigen. Es folgt eine kleine Tour mit ein paar Einstellungen. Hier offenbart sich, aus unserer Sicht, allerdings ein großer Mangel. Obwohl der Router ein Menü zur Einrichtung eines Passwortes hat, wird nicht dazu aufgefordert dieses einzurichten. Man findet den Dialog erst, nachdem man ein wenig durch die Bedienoberfläche gesurft ist.

Features

Kommen wir zu den Haupt-Features des Netduma R1 Gaming Routers. Anti-Flood und Device Prioritisation könnte man wohl am ehesten mit der QoS-Funktion in normalen Router-Modellen vergleichen. Es lässt sich verschiedenen Diensten bzw. Geräten eine gewisse Bandbreite zuordnen. Alles was übrig ist, wird unter den angeschlossenen Teilnehmern verteilt. Auf diese Weise kann man sich die Bandbreite nehmen, die man braucht, während für kleinere Aufgaben immer noch ein Rest übrig bleibt. So kannst du sicherstellen, dass dich niemand im Haus im Netz ausbremst.

Mit Allow & Deny kannst du schlechte Hosts gleich ganz aussperren. Bei den Einstellungen vermissen wir jedoch eine ausführliche Anleitung. Für Streamer könnten vielleicht One-Click VPN und die Ping-Stats interessant sein. Mit einem Klick kannst du dir aktuelle Ping-Statistiken anzeigen lassen. Durch ein Hybrid-VPN kannst du deinen Computer bzw. die Stream-Verbindung zuverlässig vor DDos-Attacken schützen, ohne lästige Einbußen in der Datenrate hinzunehmen. Dies wird sichergestellt, indem man den Spielen direkten Zugriff zum Internet gewährt.

Netduma R1 - Geo-Filter

Die interessanteste Funktion scheint uns aber der Geo-Filter zu sein. Hier kannst du Hosts, die dir zu weit weg sind, direkt außen vor lassen. Du legst in einem Filter die Entfernung fest, die ein Host noch entfernt sein darf. Zusätzlich kümmert sich ein Ping-Assistent um vernünftige Antwortzeiten. Für gängige Spiele wie CS:GO, DOTA 2 und League of Legends gibt es schon vorgefertigte Profile. Das erste probieren wir gleich mit ein paar Runden des Spiels aus.

Fazit

Hier müssen wir uns leider auf unsere subjektive Wahrnehmung verlassen, denn so richtige Lags hatten wir mit unserem alten Router noch nicht. Wer die stolze Summe von 195,- Euro in den Netduma R1 investieren möchte, muss mit ein paar Gegebenheiten leben. Im normalen Betrieb puffern Youtube-Videos am Anfang gefühlt etwas länger. Danach stehen sie aber komplett in 1080p zur Verfügung. Beim Spielen mit vorgefertigten Profilen lässt sich kaum ein Unterschied in der Performance feststellen. Da es (noch) an einer vernünftigen Anleitung fehlt, muss man als Nutzer sehr viel mit den Einstellungen spielen.

Übertreibt man es damit allerdings, steht man schnell vor verschlossener Tür. So waren ein paar Seiten im Internet plötzlich nur noch auf chinesisch zu lesen bzw. quittierten gleich den Dienst mit einem Timeout. Hilfe zu den Settings kann man allerdings im deutschen Forum von Netduma erwarten. Wir finden den Ansatz eines solchen Gerätes gar nicht schlecht. Man sollte aber noch weiter an der Umsetzung feilen. In dieser Preisklasse bekommt man schon gute High-End-Geräte mit ein paar weiteren Features, wie z.B. 5 GHz-WLAN. Vielleicht haben wir aber auch einfach nicht die richtigen Einstellungen gefunden?

Wie denkst du über den Netduma R1 Gaming-Router? Verrate es uns in den Kommentaren!

Quelle(n): Netduma

1. Jul 2016, 14:00
9144
Andreas Hirschhäuser
Deine Reaktion

0

1

0

0

0

0

0