Jugendschutz auf YouTube und Co.

Jugendschutz betrifft einen großen Teil der YouTube Community. Doch wie gehen die Creator und Unternehmen eigentlich mit dem heiklen Thema um?

Der Einfluss und die Reichweite, die bekannte Creator auf YouTube mittlerweile haben, sind unglaublich. Was mit einfachen Videos und kleinen Fangruppen begann, ist mittlerweile oft professionelle Arbeit und auf internationaler Ebene vertreten. Wie uns Spiderman aber schon lernte, kommt mit großer Macht, auch große Verantwortung. Zwar würde ich bei YouTubern nicht unbedingt von Macht reden, dafür aber von einer Vorbildsfunktion.

Aufgrund der großteils jungen Zuschauer müssen die Creator auch gewisse Regeln einhalten. Für diese ist der Jugendschutz verantwortlich, welcher darauf achtet, dass die Zuschauer nicht negativ beeinflusst werden. Zwar gibt es hier oft Meinungsverschiedenheiten, Gesetzt ist aber nun mal Gesetz und daran muss man sich halten. Allerdings gehen Unternehmen wie Mediakraft, "Studio71" oder "HitchOn" anders mit dem Thema um, als die Creator selbst.

Mit Erfahrungen aus dem TV-Bereich ist der Umgang mit dem Jugendschutz für Studio71 mittlerweile reine Routine. Die Zusammenarbeit mit Organisationen wie der FSK besteht bereits seit langer Zeit. Auf diesen Erfahrungen kann man natürlich aufbauen. In großen Unternehmen gibt es teils sogar Beauftragte, welche darauf achten, dass intern und extern alles rund läuft. Für ihre verpartnerten Creator haben die Netzwerke auch Angebote. Hierzu gehören Aufklärung und Hilfestellung bei Problemen mit dem Jugendschutz, aber auch grundlegende Beratung bez. Gesetzlichkeiten. Da heutzutage auch viele Minderjährige auf YouTube bekannt sind, gibt es auch immer wieder Verträge, welche die Eltern miteinbeziehen, da der eigentliche YouTuber noch keine Verträge abschließen darf. In diesem Fall werden auch die Eltern sehr eng in die Betreuung und Beratung miteinbezogen.

Auf der anderen Seite gibt es da allerdings die Creator. Diese vertreten oftmals ihre eigene Meinung und beeinflussen somit ihre Zuschauer. Auch unschöne Methoden wie Clickbait mit nicht wirklich jugendfreien Bildern oder Titeln gehört mittlerweile zum Alltag einiger YouTuber. Mit dem Kerngedanken der freien Meinungsäußerung ist das allerdings auch erlaubt. Aber wie weit darf so etwas gehen? Wann gehe ich als YouTuber zu weit? All diese Fragen beantwortet der Jugendschutz. Leider vergessen das viele Creator. Oftmals hat man auch den Eindruck, die Person sei sich ihrer eigenen Reichweite und den möglichen Folgen ihrer Aussagen oder Handlungen schlichtweg nicht bewusst.

Es gibt aber auch Vorbilder in der Szene. Mit großen Beispiel geht der Let's Player "Gronkh" voran. Erst vor kurzem verriet er in einem Interview, dass er es zwar nicht zu seiner Primäraufgabe mache, er aber stets daran denke, ein paar gute Werte mit auf den Weg zu geben. Auf der anderen Seite gibt es auch YouTuber, welche nicht zwingend eine Meinung vermitteln, sondern viel mehr den Zuschauer dazu anregen, sich eine eigene zu bilden. Als Vorreiter kann man hier wohl LeFloid nennen, welcher regelmäßig zu Diskussionen in den Kommentaren aufruft und an diesen auch selbst teilnimmt.

Insgesamt scheint es aber doch eine Kluft zwischen Creatorn und dem Jugendschutz zu geben. Man könnte es wie einen Sternenhimmel betrachten. Der Großteil ist dunkel, aber es gibt einige Hoffnungsfunken am Himmel. Die Unternehmen hingegen zeigen Verantwortung und achten darauf, diese auch weiterzuvermitteln. Ihre Angebote könnten jedoch auch etwas öfter angenommen werden, dann würden vlt. einige verantwortungslose YouTuber endlich auf den Boden der Tatsachen kommen.

Wie siehst du das Thema rund um den Jugendschutz im Internet? Hast du auf YouTube manchmal das Gefühl, so einen Inhalt sollten Jugendliche noch nicht sehen? Schreib es uns doch in die Kommentare!

Quelle: Broadmark

28. Nov 2016, 17:17
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Leander Schuhr
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