Linux-Distributionen - Einsteigerversionen im Vergleich

Wer auf Linux umsteigen möchte, steht vor einer großen Frage. Welches Linux installiere ich denn jetzt?

In diesem Artikel möchten wir die ein paar einsteigerfreundliche Linux-Distributionen näher bringen. Mit diesen muss man als Endanwender nicht zwingend auf eine hübsche Benutzeroberfläche verzichten und selbst in Sachen Software kann das alternative Betriebssystem ganz gut mithalten. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die Sicherheit, die ein Linux System mit sich bringt. Diese findet ihren Ursprung in der geringen Nutzerzahl und dem offenen Quell-Code. Dank diesem werden Sicherheitslücken schnell entdeckt und wieder geschlossen.

Was gibt es vor dem Wechsel zu beachten?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist kompatible Hardware. Die gewohnte Treiber-Verfügbarkeit von Windows sollte man bei Linux nicht erwarten. Mit einem wesentlich kleineren Marktanteil ist das System für die Hersteller größtenteils uninteressant, was zur Folge hat, dass keine passenden Treiber entwickelt werden. Wer also über den Wechsel nachdenkt, sollte sich im Voraus ausführlich über die einzelnen Komponenten seines Systems informieren und nach passenden Treibern suchen.

Live-Versionen bieten sich für Testzwecke ebenfalls an. Einfach auf einen USB-Stick installieren und schon kann es losgehen. Das richtige Tool für diese Aufgabe nennt sich Rufus. Mit diesem Tool kannst du einfach und schnell einen bootfähigen USB-Stick erstellen. Das System wird dann direkt vom Stick gestartet und ist vollkommen funktionstüchtig. So kann man die Hardware testen und schon mal erste Schritte wagen. Als kleinen Nachteil sollte man allerdings erwähnen, dass eine Live-Version natürlich nicht an die Festplattenleistung eines installierten Systems herankommt, was zu kleinen Leistungseinbrüchen führt. Mit diesen kann man im Normalfall aber sehr gut leben.

Als dritte Alternative kannst du Linux auch auf einer virtuellen Maschine laufen lassen. Das dient zwar nicht zum Testen der Treiber, aber zum Herumstöbern und Reinschauen langt es alle mal. Mit Software wie Virtualbox und VMware Workstation geht das Ganze auch ziemlich unkompliziert über die Bühne, und das bei vernünftiger Leistung. Wer sich also mit dieser Art von Virtualisierung auskennt, kann schnell und einfach eine Linux-Distribution zum laufen bringen.

Die verschiedenen Distributionen

Bei den verschiedenen Linux Versionen spricht man von Distributionen. Dabei gibt es Grundgerüste wie Slackware, Red Hat oder Debian, welche wiederum als Kern für spezifischere Betriebssysteme genommen werden. Die große Frage hierbei ist natürlich, welche Version zu welchem Nutzer passt. Heute fokussieren wir uns darauf, die Einsteiger Versionen vorzustellen. Dazu betrachten wir bestimmte Merkmale wie die Benutzeroberfläche, die Leistungsanforderungen oder schlichtweg die Einfachheit.

Ubuntu

Als Debian Vertreter fällt Ubuntu in die Kategorie Einsteigersystem. Die grafische Oberfläche ist hübsch anzusehen und ordentlich strukturiert und auch die Arbeitsgeschwindigkeit kann sich sehen lassen. Den größten Pluspunkt findet das System aber in seiner einfachen Benutzung. Schon der Installer ist quasi kinderleicht zu bedienen und sollte für jeden Windows Nutzer ohne Probleme bedienbar sein. Aber auch die Benutzeroberfläche an sich bietet alle nötigen Einstellungen, die sie als Windows Nutzer gewohnt sind. In Sachen Software bringt Ubuntu quasi alles mit, was das Herz begehrt. Zusammengefasst finden Neueinsteiger hier ein klasse System.

Wer längerfristig über einen Wechsel nachdenkt, dürfte sich auch über die großartigen LTS-Versionen von Ubuntu freuen. Hinter LTS versteckt sich eine Version, welche über viele Jahre hinweg Support erhält. Diese Versionen sind zudem besonders stabil und können auch sehr gut für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Besonders bei Servern findet diese Variante oftmals Anwendung. Von einfach Webseiten bis hin zum privaten Gameserver ist alles möglich und schnell eingerichtet. Wer sich für einen Server interessiert, aber keine teure Hardware kaufen möchte, kann auch einen Blick auf unsere Nitrado Public Cloud werfen. Diese unterstützen nativ Ubuntu und erleichtern dir sogar die Installation.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/Ubuntu_15.04.png Wikipedia

Xubuntu

Mit Xubuntu gibt es eine Ubuntu Version, welche primär die Benutzeroberfläche verändert. Das Design lässt dabei zu wünschen übrig, kann aber mit einigen Einstellungen auf Vordermann gebracht werden. Der Nachteil hier ist, dass man sich ein wenig auskennen muss. Keine Sorge, die Rede ist nicht von Befehlen, sondern von Menüführung. Dafür hat Xubuntu aber natürlich auch einen Vorteil. So benötigt das System nur ca. die Hälfte der Leistung, die das normale Ubuntu beansprucht. Versierte Windows Nutzer sollten dem System auf jeden Fall eine Chance geben.

https://xubuntu.org/wp-content/uploads/2015/02/2871/1604_whisker.png Xubuntu.org

Lubuntu

Xubuntu hat dir noch zu viel Leistung verschlungen und du suchst nach einem soliden System, mit wenig Anforderungen? Dann bist du bei Lubuntu genau richtig. Mit erneut halbierten Anforderungen kann das System auch auf äußerst schwachen Geräten zum Einsatz kommen. Entsprechend der Leistung ist aber auch die Benutzeroberfläche eher schwach, was Design und Struktur angeht. Wer aber nur erste Gehversuche wagen möchte und wenig Leistung zur Verfügung hat, ist hier an der richtigen Adresse.

http://lubuntu.me/wp-content/uploads/2015/06/lubuntu.png Lubuntu.me

Kubuntu

Das K in Kubuntu steht zwar eigentlich für die hübsche Oberfläche KDE, könnte aber auch einfach für ein "Komplettpaket" stehen. Mit Kubuntu gibt es eine großartige Alternative zum reinen Ubuntu. Die größten Unterschiede liegen dabei primär im Design. In Sachen Leistung nehmen sich die beiden Distributionen nichts, beide beanspruchen ca. 2GB RAM und eine Dualcore-CPU. Wer das Ubuntu Design nicht zu seinen Vorlieben zählt, könnte hier eine großartige Alternative gefunden haben.

http://i.utdstc.com/screen/ubuntu/thumb/kubuntu-002.jpg Kubuntu

Ubuntu Gnome

Mit kleinen Gnomen hat dieses System zum Glück nichts am Hut. Die einzige Ähnlichkeit liegt wohl in den vielen kleinen Helfern, die das System mit sich bringt. In Gnome wirst du auf eine neuartige Oberfläche treffen. Zur Eingewöhnung braucht es zwar eine Weile, aber hat man den Aufbau erst einmal verstanden, ergibt alles einen Sinn. Es wie als würde man das größere Ganze betrachten müssen, um die kleinen Details zu verstehen. Wer also ein schönes Linux ohne den klassischen Draht zur Windows-Optik sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

http://www.phoronix.net/image.php?id=2016&image=ubuntugnome_1610_3_med Phoronix.net

Linux Mint

Ubuntu war dir noch nicht Windows genug und hat zu viel Speicher verbraucht? Kein Problem! Mit Linux Mint hält man quasi "Windows-Linux" in den Händen. Das schnelle und umfangreiche System gehört zu den beliebtesten Linux Distributionen überhaupt und wartet mit einem starken Software-Paket auf. Wer also Lust auf Linux hat, dafür aber kein Windows Design missen möchte, sollte zugreifen.

http://www.chip.de/ii/4/4/6/8/7/8/3/ea6947e5d8353a0b.jpg Chip.de

Elementary OS

Mit dem Elementary OS haben wir das MacOS der Linux-Distributionen erreicht. Hier wird Feinarbeit geleistet. Die Optik steht zu 100% im Vordergrund und kann mit überragender Ästhetik überzeugen. Im Kern werkelt eine Ubuntu Langzeitversion, welche mit der Oberfläche Pantheon das neue System ergibt. So bleiben die Pluspunkte von Ubuntu erhalten und man bekommt noch ein schönes Design obendrauf. Wer sich für diese Distribution interessiert, hat auch beim Erwerb die Möglichkeit, ein wenig Geld als Spende da zu lassen. Während der Reiter standardmäßig auf fünf US-Dollar gestellt ist, kann man ihn auch ohne Bedenken auf 0 US-Dollar schieben und somit kostenlosen Zugriff erhalten. Wer das Projekt allerdings unterstützen möchte, darf das gerne tun und den Regler in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

http://1.bp.blogspot.com/-ErcYyQFl_bM/VcPjE-QQCjI/AAAAAAAAKOM/GumzTxCzJ7A/s1600/elementarymusic.png Blogspot.com

Old but Gold - Debian 8 auf Servern

Als Ubuntu Vater steht Debian mittlerweile im Schatten seines Abkömmlings. Dabei muss sich das System gar nicht verstecken. Zwar gibt es wesentlich weniger Updates und keine LTS-Versionen, doch kann Debian dafür mit einem grundsoliden System aufwarten, welches konstant gute Leistungen abliefert. Wer also statt auf viele neue Dinge lieber auf bewährte Technik setzen möchte, sollte hier mal reinschauen. Wie auch Ubuntu gibt es Debian als alternatives System für die Nitrado Public Cloud. Damit stellt es besonders für Wiedereinsteiger eine großartige Alternative dar. Ein weiterer Vorteil liegt in den Gemeinsamkeiten von Ubuntu und Debian. Dank des gleichen Kerns funktionieren die meisten Ubuntu Features auf die gleiche Weise auch in Debian. Wer sich also mit Ubuntu Tutorials auseinandersetzt, studiert Debian quasi gratis mit.

Hast du schon mal ein Linux System verwendet? Welches wäre dein Einsteigersystem? Schreib es uns in die Kommentare!

Quelle: PCWelt Bildquelle: Heise

28. Mär 2017, 13:58
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Leander Schuhr
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