Pokémon GO – Unsere ersten Erfahrungen

Seit gestern ist ein Download des Augemented Reality-Spiels Pokémon GO eingeschränkt möglich. Was das Spiel kann und wie viel Spaß es wirklich macht, zeigen wir dir hier.

Offiziell ist die App bisher nur in den App Stores der USA sowie Japan, Australien und Neuseeland erhältlich, durch einige Tricks können aber bereits weltweit Nutzer das Spiel ausprobieren. Während auf Android ein simpler Download genügt, um die App zu installieren, müssen iOS-Nutzer ein iTunes-Konto im ausländischen Store erstellen, um die App von dort zu beziehen.

Trotz aller Hürden spielen bereits jetzt tausende Menschen, auch in Deutschland, Pokémon GO. Warum die App bis dato beispielsweise nicht offiziell in Deutschland erhältlich ist, zeigte sich in den Abendstunden: Die Serverkapazitäten reichen in vielen Regionen noch nicht aus, so meldeten zahlreiche Spieler, dass ein Spielen aufgrund von Konnektivitätsproblemen nicht möglich wäre.

Im Spiel lassen sich bestimmte Punkte („Arenen“) einnehmen, um dort im Kampf gegen andere Trainer Erfahrung zu verdienen. Die Kollegen von Curved.de berichten, dass in Hamburg bereits am Nachmittag fast alle Arenen von Spielern erstmalig besetzt gewesen seien sollen.

 

Der Start ins Spiel

Nach einer Anmeldung starten wir ins Spiel, bekommen einige Erklärungen und dürfen dann bereits unser Starterpokémon wählen. In Anlehnung an die ersten Pokémon-Editionen darf der Spieler sich zwischen Bisasam, Glumanda sowie Schiggy entscheiden. Anschließend wir noch der Name unseres Helden bestimmt, dieser muss weltweit einzigartig sein. Der Professor überreicht uns noch 50 Pokébälle sowie eine Kamera und eine Box um Eier auszubrüten. Außerdem erhalten wir noch zwei Einheiten eines Lockmittels, um schneller Pokémon um uns zu scharen.

Jetzt kann es ja richtig losgehen! Aber Moment, was gilt es jetzt eigentlich zu machen? Eine Box am oberen Bildschirmrand verrät uns, dass wir uns einmal einen sogenannten Pokéstop anschauen sollten. Doch was ist das eigentlich?

Pokémon GO

Zeit, das Haus zu verlassen

Pokéstops sind überall auf der Welt verteilt, an markanten Orten einer jeden Stadt sollen diese Orte zu finden sein und tatsächlich findet sich sogar ein solcher in meinem 400-Seelendorf am Dorfplatz. Um herauszufinden, was dieser mir als Spieler bringt und ob es sich lohnt, dafür das Haus zu verlassen, gehe ich zur Tür heraus und laufe bis zum Pokéstop. Als ich auf dem Platz stehe, verändert sich das Symbol auf der Karte der App. Nach einem Antippen öffnet sich ein Bild des Ortes mit einer kurzen Beschreibung.

Pokémon Go

Wischt man einmal über den Bildschirm erhält man einige Items, in meinem Fall drei weitere Pokébälle. Nach einem weiteren Wischen erhalte ich den Hinweis, dass ich noch mehr Gegenstände erhalten könnte, wenn ich später zurückkehre. Außerdem findet sich eine weitere Schaltfläche, mit welcher sich Module in den Pokéstop einsetzen lassen sollen. Nach kurzem Herumsuchen stellt sich heraus, dass es bisher wohl nur ein solches, das sogenannte Lockmodul gibt, welches sich offensichtlich per In-App-Kauf beziehen lässt. Mit diesem wird für eine halbe Stunde die Anzahl der Pokémon im Umkreis des Pokéstops drastisch erhöht.

 

Als ich mich gerade auf den Rückweg machen will, vibriert mein Smartphone: Ein wildes Rattfratz ist erschienen. Mithilfe der Handykamera wird auf meinem Bildschirm dargestellt, wie das Pokémon im Gras vor mir sitzt und eigentlich geradezu darauf wartet gefangen zu werden. Per Wischbewegung nach oben werfe ich einen Ball auf das Rattfratz, der Ball saugt es ein, dreht sich einige Male und das Pokémon wurde gefangen und in den PokéDex aufgenommen – einen Kampf, wie aus den Spielen bekannt, gibt es hier nicht.

Pokémon Go

Zu meiner Überraschung scheint sich der Pokéstop neben mir bereits wieder „looten“ zu lassen, ich erhalte ein Ei. Dieses lege ich in meine Brutbox, die jeder Spieler von Beginn an hat. Wer mehrere Eier gleichzeitig ausbrüten will, muss die Brieftasche zücken. Um das Ei schlüpfen zu lassen muss ich, wie aus Pokémon bekannt, einfach laufen: In diesem Fall zwei Kilometer, klingt zunächst einmal nicht wenig, daher stelle ich das erst einmal zurück.

Pokémon Go

 

Wie trainieren wir unsere Monster?

Da ich beim Fangen meiner Pokémon in keine Kämpfe verwickelt werde, sondern schlichtweg meine Bälle auf die Monster werfe, ist auch nicht wirklich das hergebracht XP- und Levelsystem aus Pokémon denkbar. Die Taschenmonster können sich entwickeln, allerdings keine wirklichen Level steigen, jedoch trotzdem stärker werden – für beides benötigen wir Bonbons des passenden Pokémon sowie Sternenstaub.

Immer wenn wir ein Pokémon fangen erhalten wir ein wenig Sternenstaub und drei Bonbons für das Pokémon. Für jedes Power-Up, also immer wenn unser Pokémon stärker werden soll, benötigen wir einen passenden Bonbon sowie einen bestimmten Betrag Sternenstaub, dieser variiert je nach Pokémon.

Pokémon Go

Jedes Pokémon lässt sich auch in die Obhut des Professors schicken, dies kommt gewissermaßen einem Löschen gleich. Als Entschädigung erhalten wir ein Bonbon des eingeschickten Pokémons. Mehrfaches Fangen des gleichen Pokémons lohnt sich also, denn durch das Fangen und Einschicken kommen so insgesamt vier Bonbons zum Leveln zusammen.

Um unser Pokémon zu entwickeln benötigen wir auch Bonbons, jedoch keinen Sternenstaub. Dafür ist die Anzahl der Süßigkeiten, die notwendig sind, höher. Um aus Glumanda ein Glutexo werden zu lassen beispielsweise 25 Stück, für ein Tauboga braucht es nur 12 Taubsi-Bonbons, Nebulak und Rattfratz wiederum brauchen abermals 25 zum Weiterentwickeln.

 

Zeit für eine Pause

Nachdem wir nun bereits ein wenig unterwegs waren, um Pokémon zu fangen, heißt es erst einmal wieder hinsetzen und sich ein wenig mit dem Spielaufbau auseinanderzusetzen. Bereits auf meinem kurzen Ausflug bin ich als Trainer zweimal im Level aufgestiegen und erhielt dafür ein paar kleine Belohnungen, noch frage ich mich allerdings wozu mir dieses Trainerlevel dient.

Wie mir das Internet verrät, kann ich ab Level 5 Arenen besuchen, beziehungsweise erobern, außerdem sollen meine kleinen Entlohnungen für das Aufsteigen bereits Motivation genug werden, so sollen mich später für Level-Ups bessere Bälle erwarten. Durch das Steigen im Trainerlevel sollen allerdings auch die auffindbaren Pokémon seltener und stärker werden.

Inzwischen ist es abends und das merkt man dem Spiel auch an, Karte und Himmel sind in einen dunklen Blauton gehüllt. Das Nebulak, welches mir nun in meiner dunklen Zimmerecke begegnet, lässt mich vermuten, dass bestimmte Pokémon im Spiel nur zu bestimmten Tageszeiten zu fangen sind. Anhand von Standorderkennung sowie der Kamera nimmt die App zusätzlich die Umgebung wahr und spawnt entsprechend Pokémon, befinden wir uns am Wasser wird uns so z.B. ein Goldini begegnen können – in der Wüste wäre das unmöglich, zumindest, wenn man sich nicht gerade in einer Oase befinden sollte.

Pokémon Go

Nebulak bleibt allerdings das einzige Pokémon, dass mir Zuhause begegnet. Die App setzt durch das Ausbrüten der Eier und verschiedensten Punkten, die für das Spiel relevant und in der realen Welt verstreut sind, viel auf Bewegung oder zumindest regelmäßige Spaziergänge – als Pokémon-Trainer sitzt man eben nicht einfach nur daheim herum.

 

Neuer Tag, neue Abenteuer

Ein neuer Tag ist heraufgezogen und verspricht uns neue Abenteuer, natürlich auch in Pokémon GO, wie ich zumindest hoffen möchte. Nach dem vergeblichen Versuch mein Fahrrad herzurichten, beschloss ich mein heutiges Abenteuer kurzerhand in einen Spaziergang umzuwandeln.

Nach einem kurzen Abstecher am Dorfplatz, um mir drei neue Pokébälle zu sichern, auch wenn ich diese nicht unbedingt nötig hätte, machte ich mich auf die Suche nach weiteren, für die App relevante Punkte. Knapp einen Kilometer weiter am Strand musste ich jedoch feststellen, dass es in weniger dicht besiedelten Gebiet zwar durchaus Pokéstops und somit die Möglichkeit gibt, Pokémon GO mehr oder weniger richtig zu spielen, doch ein Spielen wie in einer Großstadt nicht möglich ist.

Auf dem Land mangelt es einfach an einer größeren Anzahl von Pokéstops, geschweige denn Arenen, solche konnte ich bis dato noch gar nicht ausfindig machen und ausprobieren. Leider kann ich keinen Vergleich zu anderen Pokéstops ziehen, doch könnte ich mir vorstellen, dass ländliche einen geringeren Cooldown haben, als solche in Städten. Dies würde zumindest ein wenig Balance zwischen Stadt und Land herbeiführen.

Als ich fast wieder zurück bin vibriert mal wieder mein Handy, diesmal nicht aber wegen eines wilden Pokémons, sondern weil das Ei geschlüpft ist. Das Pokémon im Ei entpuppt sich als Kleinstein.

Pokémon Go

 

Fazit

Pokémon GO macht durchaus Spaß und regt definitiv dazu an, einmal die eigene Umgebung etwas näher zu erkunden und durch die Pokémon-Welt auf neue Weise kennenzulernen. Meiner Erfahrung nach begegnen dem Spieler nur Pokémon bei eingeschaltetem Display und geöffneter App, für diese Tatsache ist mir das Gameplay persönlich etwas zu langweilig und Pokémon zu selten. Dazu kommt der Fakt, dass es keine Kämpfe in freier Wildbahn gibt, sondern offensichtlich nur in Arenen und dann nicht einmal im altbekannten Kampfsystem.

Besonders das Entwickeln der Pokémon ist aufgrund des hier angewandten Systems sehr mühsam und wird wohl für einige Pokémon, wie etwa den Starter, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt frage ich mich, ob das bloße Leveln, um neue Pokémon mit etwas Glück sehen und fangen zu können, Langzeitmotivation genug ist. Durch den Fakt, dass einige Gameplayinteraktionen Orte benötigen, die in manchen Umgebungen schlichtweg nicht gegeben sind oder zumindest nicht zu Fuß zu erreichen, lassen den Spielspaß weiter leiden.

Pokémon Go

Was man allerdings unbedingt bedenken sollte, ist das es sich hierbei nach wie vor um die erste Version handelt, welche öffentlich verfügbar ist. Weitere Verbesserungen und neue Features wären also durchaus zu erwarten. Da die App nach wie vor nicht offiziell in Deutschland erhältlich ist, könnte auch besonders im Hinblick auf die spielrelevanten Orte, auch auf dem Land, vielleicht noch einmal bis zum PlayStore-Release nachgebessert werden – wir bleiben gespannt.

Was sagst du zu Pokémon GO? Hast du das Spiel bereits selbst ausprobieren können? Und das Wichtigste überhaupt: Welches Starterpokémon wirst du wählen? Schreib es uns in die Kommentare.

7. Jul 2016, 16:03
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Fabian Jahoda
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