Prozessor-Kühler - Darauf solltest du achten

Wer einen neuen Kühler für seinen Prozessor benötigt, hat die Qual der Wahl. Neben den zahllosen Modellen gibt es aber noch weitere Merkmale, die man beachten muss.

Computer gehören heutzutage zum Alltag und sind aus diesem auch nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, dass unsere fleißigen Helfer auch stets bei guter Laune gehalten werden. Das erreicht man, indem man sein System ausreichend kühlt. Dabei gibt es einige Komponenten, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. Zu diesen gehört neben der Grafikkarte auch der Prozessor. Dieser sitzt direkt auf der Hauptplatine, also dem Mainboard und bringt unserem System die benötigte Rechenleistung. Im Vergleich mit dem Menschen kann man sagen, dass es sich dabei um das Hirn des Computers handelt.

Wie wir ja alle wissen, ist unser Hirn ziemlich empfindlich. Schon leichte Wetterlagen können zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Genau so geht es auch dem Prozessor. Diese werden mittlerweile in derart präzisen Verfahren hergestellt, dass man einzelne Leitungen nicht einmal mit einer Lupe erkennen kann. Zieht man jetzt noch die teils unglaubliche Leistung dieser kleinen Chips in Betracht, dürfte schnell klar werden, dass hier eine enorme Hitze produziert wird. Um diese abzufangen, gibt es CPU-Kühler.

Diese CPU-Kühler gibt es in allen Größen und Farben. Der Grundaufbau ist dabei fast immer gleich, es gibt Lamellen aus Metall und einen dazugehörigen Lüfter. Je nach gewünschter Kühlleistung gibt es dann auch von beidem mehr oder weniger. Eine besondere Art dieser Kühlkörper sind Wasserkühlungen. Hier werden die Lamellen durch einen zirkulierenden Wasserfluss ersetzt, welcher durch Ventilatoren gekühlt wird. Im Endeffekt verfolgen beide Arten aber das gleiche Ziel. Die Hitze muss vom Prozessor weggebracht werden.

Merkmale, auf die man achten sollte

Zu den wichtigen Merkmalen zählen das Modell des Prozessorsockels, die gewünschte Kühlleistung und natürlich die Maße des Kühlkörpers. Wer also den perfekten Kühler für sein System sucht, sollte etwas Zeit investieren. Am Ende lohnt es sich, da man CPU-Kühler nur selten austauschen muss, wenn nicht gerade ein Sockel-Wechsel ansteht.

Der Sockel

Diese Information findest du an deinem Prozessor und an deinem Mainboard. Wichtig, bei beiden muss der gleiche Sockel zu finden sein, sonst passt die CPU nämlich nicht ins Mainboard. Benutzt man einen Intel Prozessor, ist der aktuelle Sockel der 1151. Dieser unterstützt DDR4-RAM und Prozessoren ab der iX-6000 Serie. Namentlich verstecken sich hier übrigens Skylake und Kaby Lake Einheiten. Zusätzlich gibt es bei einigen High-End Systemen den 2011-3 Sockel, welcher die teuren, aber auch starken Broadwell CPUs unterstützt. Wer hingegen einen Server-Prozessor betreibt, muss sich nach einem Kühler für einen Xeon-Sockel umschauen.

Intel Prozessor Kühler Bildquelle: hardwarecamp24.de

AMD auf der anderen Seite bietet ebenfalls verschiedene Sockel. Vor wenigen Tagen erschien z.B. der neue "AM4"-Sockel mitsamt den neuen Ryzen-CPUs. Wer bereits glücklicher Besitzer eines solchen Prozessors ist, muss bei der Kühler-Suche besonders aufmerksam sein. Dieser Sockel ist brandneu und wird daher nur von wenigen Kühlern nativ unterstützt. Zum Glück gibt es aber bei Herstellern wie BeQuiet! sogenannte Umrüstkits, welche die alten Kühlkörper auf den neuen Stand bringen. Diese sind mit ausreichendem Nachweis in der Regel sogar kostenlos. Ansonsten dürften AMD Nutzer höchstwahrscheinlich einen "AM3+"-Sockel benutzen. Alternativ gibt es auch den FM2+, welcher die beliebten AMD APUs unterstützt. APUs vereinen Grafikchip und Prozessor und sparen so enorm viel Platz.

AM4 Prozessor Kühler Bildquelle: PC Games Hardware

Wie viel Kühlleistung benötige ich?

Auf diese Frage gibt es keine präzise Antwort. Es gibt allerdings grobe Richtlinien, die man im Hinterkopf behalten sollte. Wer mit seinem Computer nur Büroarbeiten erledigt oder im Internet surft, braucht keine High-End Wasserkühlung. Stattdessen tut es auch der beiliegende Boxed-Lüfter. Hier sollte man darauf achten, dass man auch die dementsprechende Version des Prozessors erwirbt. Bei der Boxed-Version befindet sich bereits ein kleiner Lüfter in der Verpackung. Wer hingegen einen Tray-Prozessor kauft, bekommt nur diesen, dafür aber oftmals günstiger.

Die nächste Ebene sind Gamer und Grafik bzw. Videobearbeiter. Diese reizen ihre CPU zwar meistens nicht komplett aus, bringen sie dieser Grenze aber durchaus nahe. Hier sollte man sich nach einem vernünftigen Luftkühler umsehen. Preislich dürfte dieser zwischen 30-50€ liegen. Wer dank eines Angebots eine kleine AiO Wasserkühlung bekommt, darf aber auch zugreifen.

Die dritte Ebene sind Enthusiasten, die ihre System zusätzlich übertakten wollen. Hier werden große Luftkühler in der Preisklasse über 50€ fällig. Wer noch etwas mehr Geld in der Tasche hat, sollte auch eine große Wasserkühlung mit zwei oder sogar drei Radiatoren in Betracht ziehen. Diese liegen im AiO Segment bei ca 80-130€ und halten das System stets kühl. Hinter der Abkürzung AiO versteckt sich übrigens der Begriff "All in One". Dieser lässt sich am besten mit einem All Inclusive Hotel vergleichen, denn der Kühler kommt bereits mit verbauten Lüftern und Schläuchen. Einfach einbauen und es kann losgehen.

Natürlich gibt es auch eine Spitze des Eisberges. Der Begriff Eisberg ist dabei gar nicht mal schlecht gewählt, schaut man sich die Kühlkörper mit Stickstoff an. Diese werden nur für extremes Übertakten verwendet und finden in Alltagssystemen keine Anwendung. Die Szene verfolgt dabei das Ziel, aus einem Prozessor das Maximum an Leistung zu herauszukitzeln.

Die Größe

Dieser Punkt ist eigentlich selbsterklärend. Wer ein kleines Gehäuse hat, wird auch nur einen kleinen Lüfter unterkriegen. Das Gegenteil ist es bei großen Gehäusen, welche logischerweise mehr Platz bieten. Für Kompaktlösungen gibt es aber auch Möglichkeiten. Kleine Wasserkühlungen benötigen nur wenig Platz und finden so oft ihren Weg in kleinere Gaming-Systeme. Wenn du dir mit der Größe unsicher bist, kannst du auch im Internet nach Hilfe suchen. Oftmals gibt es bereits Diskussionen zu deinem Gehäuse, welche dir genaue Antworten liefern können. Manchmal verrät dir auch der Hersteller, welche maximale Größe dein CPU-Kühler haben darf. Du solltest aber auf keinen Fall versuchen, einen zu großen Kühler in dein Gehäuse zu packen. Damit beschädigst du die Hardware, statt ihr zu helfen.

Fazit

Im Endeffekt ist der Kauf eines CPU-Kühlers relativ einfach, da es nur drei wichtige Kriterien gibt. Manch einer mag noch argumentieren, dass die Lautstärke ebenfalls eine große Rolle spielt. Dem stimme ich vollkommen zu, doch wird sie das System nicht beschädigen. Ganz egal, ob der Prozessor laut oder leise ist, wenn die anderen Kriterien passen, wird er gut gekühlt. Für den Luxus kann man dieses Merkmal aber auch noch in Betracht ziehen.

Was für einen Kühlkörper hast du bei dir verbaut? Hast du noch Fragen zum Thema Kühlung im Gaming-PC? Schreib es uns in die Kommentare!

Bildquelle: thermalbench.com

14. Mär 2017, 13:10
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Leander Schuhr
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Comments
  
jaliho
1351 Tage
Derzeitig kühle ich meinen Rechner nur mit Lüftern, aber seitdem ich die neue RX 480 von ASUS hab, überlege ich mir, ob ich nicht lieber mir ne kleine WK holen sollte :/ Denn die RX 480 geht bei mir bis 80 Grad hoch und die Lüfter sind auch recht laut, vom Prozessor (Intel i5 4590) hört man allerdings nichts.