The Division Review (PC) - Nitrado.net

The Division ist nun seit einigen Tagen auf dem Markt und wir haben uns das Spiel einmal sehr genau angeschaut. Was uns an The Division gefällt und was wir weniger gut gelungen finden, verraten wir dir in der nachfolgenden Review.

Tom Clancy's The Division sorgte bereits im Vorfeld für einigen Gesprächsstoff. Dabei ging es immer wieder um das vielversprechende Gameplay, Gerüchte um einen schlechten Entwicklungsstand oder um diverse Grafik-Downgrades. Geschadet hat es den Verkaufszahlen aber scheinbar nicht, denn das Spiel hat den besten Verkaufsstart hingelegt, den Ubisoft jemals verzeichnen konnte. Aber heißt das auch, dass The Division über jeden Zweifel erhaben ist? Wir gehen das Ganze mal im Detail durch.

Die Kampagne

Traditionell ist die Kampagne der erste Aspekt, den man bei Spielen dieser Art erlebt. The Division macht auf den ersten Blick einen vielversprechenden Eindruck, denn das düstere und realistische Setting weiß von Anfang an zu gefallen. Die Kampagne glänzt zwar nicht mit spektakulären Szenen, wie man sie aus Call of Duty und Co. kennt, bleibt aber gerade deswegen auch durchgehend seinem auf Realismus geeichten Kern treu. Atmosphärisch gibt es am Spiel kaum etwas auszusetzen und die einzelnen Missionen können durchaus mal ein paar Stunden verschlingen.

Apropos Missionen: Hier zeigt sich einer der größten Pluspunkte von The Division. Die Missionen machen besonders im Koop-Modus mit Freunden einen Heidenspaß und wer gerade keinen Mitspieler zur Hand hat, der kann über das gelungene Matchmaking sehr schnell Gleichgesinnte für die entsprechende Mission finden.

Tom Clancy's The Division

Nach einer Weile werden die Missionen und Gegner allerdings ein wenig repetitiv. Sobald man die vier Gangs im Spiel mitsamt ihrer verschiedenen Mitglieder einmal gesehen und bekämpft hat, bietet The Division nicht viel Neues. Es gibt leider keine hervorstechenden Kontrahenten, so dass dem endlosen Farmen ein wenig die Highlights fehlen. Es fühlt sich im Grunde ein wenig an wie Diablo - nur ohne Gebiets- und Zwischenbosse. Auch den Missionen selbst, mangelt es später etwas an Abwechslung. Statt völlig neue Konzepte aufzugreifen, machte man die späteren Missionen einfach nur härter.

Dennoch macht die Kampagne viel Spaß und ist mit seinen 15 bis 20 Stunden Spielzeit, eher ein Schwergewicht in diesem Bereich. Sie soll allerdings nicht der Kern von The Division sein, sondern dich lediglich auf das "Endgame" vorbereiten. Dieses präsentiert sich hier in Form der Dark Zone.

Die Dark Zone

Die Dark Zone sorgte bereits im Vorfeld für das größte Furore. Das Endgame-Gebiet versprach ein gesetzloses und unbarmherziges Gebiet, in dem neben PvE auch PvP möglich (und sogar ein wichtiger Bestandteil) ist. Hier gibt es die beste Beute im Spiel, aber nur, wenn man in diesem gefährlichen Gebiet überleben und sich sowohl gegen NSCs als auch reellen Spielern behaupten kann.

Tom Clancy's The Division

Leider ist das Töten anderer Mitspieler ein sehr zweischneidiges Schwert, was hauptsächlich daran liegt, dass eine solche Aktion den nun abtrünnigen Agenten für alle Spieler im Umkreis markiert und ihn somit zur gnadenlosen Jagd freigibt. Dass es sogar zwei Achievements gibt, welche sich der Tötung Abtrünniger widmen, macht die Situation dabei nur noch schlimmer. Somit ist der Angriff auf andere Agenten wenig reizvoll, solange man nicht bereits über ein sehr hohes Level und die passende Ausrüstung verfügt, zumal man nicht mal weiß, ob sich die Ausbeute lohnt, wenn das Ziel nicht vorher lauthals mit den gerade gefundenen Schmuckstücken prahlt.

Dies bedeutet, dass sich die Dark Zone trotz all der vielversprechenden Ansätze letztendlich größtenteils darauf beschränkt, härtere Gegnermassen zu farmen und bessere Gegenstände als in den Missionen zu grinden. Das macht bei einem entsprechenden Level natürlich genauso viel Spaß wie in der Kampagne, aber PvP-Spieler können aufgrund der Unausgewogenheiten aktuell mit The Division wohl nicht allzu viel anfangen.

Dies führt dazu, dass die Dark Zone im Moment wohl die größte Enttäuschung des Spiels ist. Ubisoft ist auf die Kritik vieler Spieler bereits eingegangen und hat angekündigt, das Konzept der Dark Zone komplett zu überarbeiten. Was genau das bedeutet und wann die Umsetzung erfolgt, steht momentan allerdings noch in den Sternen.

Tom Clancy's The Division

Das Gameplay

Vom Gameplay her fällt sofort der bereits zuvor erwähnte Vergleich zu klassischen Hack&Slays im Stile von Diablo auf. Das Grundprinzip ist auch das gleiche: Gegner töten, Erfahrung und bessere Ausrüstung sammeln, härtere Gegner töten, noch bessere Ausrüstung finden und mehr Erfahrung sammeln und so weiter.

Hier stellt sich aktuell nur die Frage, wie lange dieses Konzept beschäftigen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir durchaus noch motiviert gewesen, unser Equipment zu optimieren und uns an stärkeren Gegnern zu versuchen, auch wenn bereits jetzt einige Abnutzungserscheinungen an diesem Konzept zu spüren sind. Diese Art von Spielen soll allerdings im Idealfall über Jahre hinweg begeistern, was gerade angesichts der beschränkten PvP-Erfahrung sehr schwierig wird.

Mit Sicherheit wird das ständige Farmen von NSC-Horden irgendwann, eher früher als später, doch ein wenig eintönig. Es mangelt einfach an einer vernünftigen Zielsetzung, um die Motivation oben zu halten, denn irgendwann stellt man sich als Spieler die Frage, wozu man seine Ausrüstung noch weiter optimieren soll. Hier liegt es an Ubisoft, ob zukünftige Änderungen und Erweiterungen die Langzeitmotivation erhalten können.

Ansonsten funktioniert The Division spielerisch auf jeden Fall. Die Steuerung ist gelungen und das Balancing ist in Ordnung, könnte allerdings in der Dark Zone ein paar Anpassungen vertragen. Die Menge an Kugeln, die die Gegner schlucken, erinnert dabei eher an JRPGs, als an realistische Shooter-Mechaniken. Wo bei Spielen wie Battlefield (die einen ähnlich realistischen Anspruch haben) die eigentlichen Feuergefechte üblicherweise nach 3 bis 4 Treffern entschieden sind, braucht man bei The Division mehrere Salven pro Gegner. Dies macht die Kämpfe länger und intensiver, beißt sich allerdings mit dem ansonsten sehr realistischen Grundton.

Tom Clancy's The Division

Etwas, das uns während der Testphase allerdings auffiel, ist die PC-Umsetzung. Diese ist keineswegs misslungen, aber man merkt dem Spiel an, dass es sich um eine Portierung handelt. Das HUD, die Steuerung, die Menüführung - alles fühlt sich auf dem PC etwas befremdlich an. Man merkt zum Teil recht deutlich, dass The Division als Konsolenspiel entwickelt wurde.

Ein weiteres PC-exklusives Problem sind die Hacker und Cheater. Zwar soll es laut Ubisoft ausgereifte Anti-Cheat-Maßnahmen geben, aber diese greifen nicht gut genug. Regelmäßig trifft man auf offensichtliche Cheater, die sich mit Aimbots und Wallhacks enorme Vorteile verschaffen. Dies sorgt für eine Menge Frustmomente und sollte in einem Triple-A-Spiel wie diesem, mit deutlichem Fokus auf dem Multiplayer, nicht vorkommen.

Die Technik

Optisch macht The Division eine Menge her. Man merkt dem Spiel an, wie viel Liebe ins Detail gesteckt wurde, angefangen bei einer glaubhaften urbanen Umgebung bis hin zur Authentik der einzelnen Waffen. Einige der Texturen sehen aus der Nähe zwar hin und wieder ein wenig verwaschen aus, aber dieser Punkt ist angesichts der schieren Größe des Spiels verzeihbar. Soundtechnisch hat man sich eher etwas bedeckt gehalten, was der Stimmung aber nur zugute kommt.

Tom Clancy's The Division

Die anfänglichen Probleme mit der Erreichbarkeit der Server sind mittlerweile scheinbar auch mehr oder weniger behoben worden. Wir hatten zuletzt zumindest keine Probleme mehr, die Server zu betreten.

Unser Fazit

The Division ist für Fans von Farming und Grinding auf jeden Fall empfehlenswert und kann im PvE-Bereich eine ganze Weile unterhalten. Das Spiel bietet eine angenehm große Spielwelt sowie einen spaßigen Multiplayer-Anteil, solange man Seite an Seite kämpft. Im PvP-Bereich hingegen zeigen sich im Moment noch einige Schwächen, besonders in der PC-Version.

Wer diese Art von Spielen also am liebsten im PvP spielt, sollte sich den Kauf erstmal überlegen, denn so gelungen die "Vorbereitungsphase" auch sein mag - das PvP- und Endgame kann aktuell noch nicht überzeugen.

Was denkst du bisher über The Division? Stimmst du unserer Meinung zu oder siehst du es anders? Schreib es uns in die Kommentare!

1. Apr 2016, 09:20
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Ricardo Beigang
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